Fotostrecke

Michelle Obama: Buddeln für die bessere Welt

Foto: Marie-Astrid Langer

Ortstermin im Weißen Haus Buddeln mit der First Lady

Gesundes Essen macht Spaß - mit dieser Botschaft kämpft Michelle Obama gegen Kinderfettleibigkeit in den USA. Um die Jüngsten für Brokkoli, Rüben und Mangold zu begeistern, lädt sie Schüler ins Weiße Haus - und schwingt selbst die Gießkanne. Ein Besuch.
Von Astrid Langer

Washington - "Na, was pflanzen wir heute?" ruft Michelle Obama der Gruppe Kinder zu, die vor ihr versammelt an Picknicktischen sitzt. "Rüben? Oh je, der Präsident mag keine Rüben. Aber das macht nichts - in unserem Garten herrscht Chancengleichheit."

Die Kinder lachen, sie sind nervös, denn heute ist ihr großer Tag: Gemeinsam mit der First Lady dürfen sie das Gemüsebeet des Weißen Hauses bepflanzen. Bei ihrem Einzug 2009 hat die Präsidentengattin das 93 Quadratmeter große Beet angelegt, nicht mal 200 US-Dollar hat es gekostet. Mittlerweile ist der Gemüsegarten auf 140 Quadratmeter gewachsen und jedes Jahr pflanzt Michelle Obama neue Setzlinge mit Kindern aus lokalen Schulen.

Das Gemüse und die Kräuter wandern in die Pfannen der Präsidenten-Küche und landen auf den Tellern von Barack Obama und seinen Gästen. Was im Garten übrig bleibt, wird an lokale Suppenküchen gespendet.

"Da fehlt noch Wasser"

Doch das Gemüsebeet ist nicht nur eine Lebensmittelressource für das Weiße Haus - es ist auch eine Waffe im Kampf von Michelle Obama gegen Kinderfettleibigkeit. Mit ihrer "Let's move"- Kampagne will die First Lady amerikanische Kinder zu mehr Bewegung und einer gesünderen Ernährung animieren. Und um die Jüngsten für gesundes, frisches Essen zu begeistern, setzt sie mit ihnen buchstäblich an der Wurzeln gesunder Ernährung an.

"Das Lustige ist, dass das, was wir heute einpflanzen, bald wachsen wird und dann können wir es gemeinsam probieren. Wenn jemand von euch noch nie Lauch gegessen hat, dann könnt ihr das zuammen mit mir testen. Oder Mangold, ihr könnt auch Mangold mit mir probieren."

Gesunde Ernährung macht Spaß - das ist die Nachricht, die Michelle Obama den Kindern mit auf den Weg geben will. Sie selbst geht in Jogginghose und Sportshirt dynamisch voran, "Lasst uns anfangen!" ruft sie den Schülern zu und stürzt sich in die Gartenarbeit.

"Wir wollen, dass ihr eure Eltern bittet, Gemüse zu kochen"

Löcher buddeln, Setzlinge einpflanzen, Erde drauf, Wasser drüber. "Da fehlt noch Wasser", ruft sie dem Viertklässer zu, der gemeinsam mit ihr Kräutersamen eingesetzt hat, und hilft ihm, die schwere Blechkanne zu halten. Fast eine Stunde lang pflanzen Michelle Obama und ihre kleinen Helfer Rüben, Brokkoli und Lauch im Garten vor dem Weißen Haus an.

Neben all dem Spaß, den die Kinder offensichtlich bei der Gartenarbeit haben, hat die Präsidentengattin aber auch einen Auftrag an die Grundschüler: "Ihr habt das Glück hier zu sein und wir sind froh, dass ihr zu uns gekommen seid. Aber es gibt da draußen viele Kinder, die nicht die Möglichkeit haben, im Weißen Haus Dinge zu pflanzen. Ihr habt Familienmitglieder, die wissen müssen, was ihr hier lernt." Mit großen Augen lauschen die Kinder und nicken andächtig. "Wir wollen, dass ihr nach Hause geht und eure Eltern und Großeltern und Tanten und Onkel bittet, Gemüse zu kochen."

Es ist eine wahre Ansprache inmitten des Gemüsebeets: "Oft heißt es nämlich, ihr würdet kein Gemüse mögen und deswegen würden eure Eltern es nicht kochen. Ihr müsst sie wissen lassen, dass ihr gerne neue Sachen probiert, okay? Und ihr müsst auch mit den anderen Kindern an eurer Schule reden, ja?"

Die Kinder sind begeistert von dem Spezialauftrag der First Lady.

Eine Stunde mit Michelle Obama und die Schüler wollen sie am Liebsten gar nicht mehr gehen lassen - nach dem abschließenden Gruppenfoto umarmen die Mädchen und auch ein paar Jungs die First Lady, erzählen und lachen mit ihr. Als Dank für die Gartenarbeit gibt es Äpfel und Apfelsaft für jeden, dann muss die Präsidentengattin wieder los. "Danke, First Lady" rufen die Kinder einstimmig im Chor, und winken zum Abschied.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.