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Chrissy Teigen: Auszeit bei Twitter

Foto: © Lucy Nicholson / Reuters/ REUTERS

Chrissy Teigens Tweet zu Ottawa-Attentat Todesdrohungen gegen Supermodel

Gewalt mit Schusswaffen? In den USA ist dies ein viel größeres Problem als in Kanada. Chrissy Teigen wollte darauf aufmerksam machen - und spielte auf das Attentat von Ottawa an. Das brachte dem Model Beschimpfungen und Todesdrohungen ein.

New York - Ein selbst verursachter Shitstorm hat Chrissy Teigen dazu bewogen, sich vorerst von Twitter zu verabschieden. "Ich fühle mich krank. Tschüß, Twitter. Ich gehe mit meinen Talenten zu Instagram." Das Supermodel hatte das Attentat von Ottawa auf Twitter kommentiert - und war deswegen angefeindet worden, erhielt sogar Todesdrohungen. Am Mittwoch hatte ein 32-Jähriger in Ottawa einen Ehrenwache haltenden Soldaten erschossen; beim Angriff auf das nahe Parlament wurde der Attentäter getötet.

Teigen schrieb dazu: "Schüsse in Kanada, oder wie wir es in Amerika nennen, Mittwoch." Und wenig später: "Das ist kein Witz. Das ist ein Fakt." Was sie damit wohl sagen wollte: Dass Menschen erschossen werden, ist in den USA leider allzu alltäglich, anders als in Kanada.

Damit hat sie zweifellos recht: In den USA werden jährlich rund 11.000 Menschen mit Schusswaffen ermordet, in Kanada weniger als 200. Auch wenn man die unterschiedlichen Bevölkerungszahlen berücksichtigt, ist die Mordrate in den USA deutlich höher - ebenso wie die Zahl der Schusswaffen: etwa 89 pro 100 Personen; in Kanada liegt die Quote bei 31 Waffen.

Teigen ist eines der bekanntesten Models der Welt. Fotos der 28-Jährigen erschienen schon in "Vogue" und der Bademoden-Ausgabe von "Sports Illustrated". Sie ist mit Musiker John Legend verheiratet und hat mehr als 540.000 Follower bei Twitter - und damit 540.000 Personen, die sie mit einem Tweet vor den Kopf stoßen kann.

Bei einigen hat sie dies nun geschafft. Dabei nahm Teigen offenbar an, nur geschrieben zu haben, was viele denken. Falsch gedacht. Vereinzelt gab es zwar Zustimmung, aber vor allem Kritik.

"Sorry, Kanada. Unsere Hollywood-Eliten und ihre dummen Supermodels sind Idioten", war noch eine der harmloseren Reaktionen. Ein Twitter-Nutzer fragte Teigen, ob ihr IQ oder die Temperatur an Teigens Aufenthaltsort höher sei. Die 28-Jährige wurde beschuldigt, eine Tragödie zu benutzen, um ihre Agenda durchzusetzen. Ein Benutzer schrieb, er wünsche sich, Teigen solle Opfer eines Terroranschlags werden.

Zunächst bemühte sich Teigen noch, ihre Position zu erklären: Es tue ihr leid, wenn man nicht verstehe, dass ihre Worte Kritik an den USA und den dortigen Problemen mit Schusswaffenkontrollen seien. Niemand spiele die Schießerei in Ottawa herunter. "Ich entschuldige mich nicht. Wenn ihr es falsch versteht, ist das eure Schuld."

Das besänftigte die Kritiker nicht gerade. Wenig später twitterte Teigen, es sei schon eine Weile her, dass sie unabsichtlich so viele Leute aufgebracht habe. "Ich vergaß, wie beschissen das ist."

Einige Stunden später folgte die Botschaft, inzwischen sei es so weit gekommen, dass die Leute die Einfachheit des ursprünglichen Tweets nicht sähen und sich einfach nur richtig über etwas aufregen wollten.

Irgendwann wurde es Teigen offenbar zu viel. Adieu Twitter, hallo Instagram. Ob sie dort vor ihren Kritikern sicher ist, darf allerdings bezweifelt werden.

ulz
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