Ottfried Fischer "Jeder hat geglaubt, ich treib's mit vier Damen"

Ottfried Fischer verklagt zwei Prostituierte, weil sie ihn um mehr als 32.000 Euro betrogen haben sollen. Im TV erklärte der Schauspieler nun, wie er den Frauen auf den Leim ging. Seine Lebensgefährtin stand ihm während des Interviews bei - um auch in eigener Sache einiges klarzustellen.

NDR

München - Ottfried Fischers Lebensgefährtin Simone war sichtlich aufgeregt, als sie am Montagabend in der ARD-Talk-Show "Beckmann" neben dem Schauspieler Platz nahm. Bisher hatte die 39-Jährige die Öffentlichkeit gescheut, war immer im Schatten des wuchtigen 55-Jährigen geblieben. Doch es war ihr ein Anliegen, etwas Grundsätzliches loszuwerden: "Ich wollte ein für allemal klarstellen, dass ich keine Frau aus dem Gewerbe bin", sagte sie.

Jene Gerüchte seien entstanden, nachdem bekannt geworden war, dass Fischer zwei Prostituierte angezeigt hat, weil sie ihn um 32.580 Euro betrogen haben sollen. "Nach diesen Abbuchungen an manchen Tagen hätte ich ein Bordell kaufen können", sagte der "Der Bulle von Tölz"-Darsteller bei "Beckmann". Zu den Prostituierten habe er lediglich ein freundschaftliches Verhältnis gepflegt - von einer Entlohnung ihrer Besuche sei nie die Rede gewesen.

Seine Lebensgefährtin betonte, zu jenem Zeitpunkt seien sie getrennt gewesen. "Dieses Gewerbe gibt es seit langem, viele Männer verbringen dort ihre Freizeit", so die Münchnerin. Zudem wisse sie um Fischers Blauäugigkeit: "Manchmal muss ich ihm schon sagen, jetzt pass mal auf, mit wem du irgendwelche Geschäfte machst." Aber sie gab auch zu: "Ihm verzeiht man viel."

Sie halte ihm nichts vor, er sei damals Single gewesen, erklärte Simone. Nun seien sie und Fischer wieder ein Paar, es sei "Liebe auf den zweiten Blick" gewesen. Rückblickend sagt sie: "Es hat uns stärker gemacht, wir sind zusammengewachsen dadurch. Wir freuen uns auf eine lustige Zukunft."

Dazu gehöre auch, dass sie darauf achte, dass der übergewichtige Schauspieler sein Gewicht halte, erklärte die ehemalige Gastronomin. Fischer, der an Parkinson leidet, sagte: "Sie sorgt dafür, dass der Mensch noch ein bisschen erhalten bleibt."

"Ich bin ein wirklich wahnsinnig toller Typ"

Fischer, der noch mit seiner Frau Renate verheiratet ist, jedoch seit Jahren von ihr getrennt lebt, sprach offen über den bevorstehenden Prozess gegen die zwei Prostituierten. "Diese Frauen haben nicht damit gerechnet, dass ich an die Öffentlichkeit gehe", betonte er bei "Beckmann". "Jeder hat gedacht, ich treib's mit vier Damen. Ich bin ein wirklich wahnsinnig toller Typ, aber das schaffe ich dann doch nicht", sagte der zweifache Vater selbstironisch und schmunzelte.

"Ich wollte verhindern, dass das Unrecht sich durchsetzt auf meine Kosten. Ich sehe nicht ein, mich erpressen zu lassen. Und wenn der gute Ruf es nicht aushält, dass ich das Richtige tue, dann ist er kein guter Ruf. Wenn ich es nicht gemacht hätte, hätte jeder gesagt, es wird schon stimmen."

Wer wisse denn, wie viele Prominente bereits geschwiegen hätten, nachdem ihnen so etwas passiert sei, weil sie Angst davor hätten, die Öffentlichkeit erfahre davon. "Käufliche Liebe ist Bestandteil unserer Gesellschaft", sagte Fischer. Man solle nicht so tun, als würden das nur wenige Männer tun - "oder gar nur Perverse".

Fischer erklärte, er habe auf seiner Kreditkartenabrechnung Abbuchungen größerer Summen bemerkt, ohne dass er jemals einen der Belege unterschrieben habe. Dem Kabarettisten sei bewusst gewesen, dass das seine Bekanntschaft aus dem Milieu war. Allerdings sei das ja noch kein Grund, jemanden zu diskriminieren. "Ich war ein bisschen blauäugig und schlichtweg ein bisschen blöd." Das fragliche Geld habe er mittlerweile zurück.

Auf Reinhold Beckmanns Frage, ob er denn Menschenkenntnis besitze, sagte Fischer trocken: "Anscheinend nicht."

jjc



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