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Pamela Anderson: Die Evolution einer Ikone

Foto: VALERY HACHE/ AFP

Pamela Anderson wird 50 "Noch immer Sexsymbol"

Stephen Wayda kennt Pamela Anderson besser als viele andere. Im Interview spricht der Fotograf über ihre Bedeutung für den "Playboy" und ein legendäres Fotoshooting in Saint Tropez.

Viele Männer dürften Stephen Wayda um seinen Job beneidet haben: Für den "Playboy" reiste er durch die Welt, um an exotischen und exklusiven Orten zu fotografieren. Oft arbeitete er gemeinsam mit Pamela Anderson - der Frau, die so oft wie keine andere auf dem Cover der Zeitschrift zu sehen war.

Er habe vergessen, wie oft er Anderson fotografiert habe, sagt Wayda. Dutzende Male auf jeden Fall, unter anderem in Saint Tropez, auf den Bahamas, in Santa Barbara. Als wir ihn am Telefon erreichen, blickt er in einer Villa auf Bali auf Pool und Grünanlagen. "Es ist das Paradies", sagt Wayda über die Insel. Er ist nicht als Tourist dort, aber das stresst ihn nicht. "Ich möchte niemals in Rente gehen", sagt er. Auf Anderson und ihren 50. Geburtstag angesprochen, gerät er ins Plaudern.

Zur Person
Foto: Stephen Wayda

Stephen Wayda, Jahrgang 1946, ist ein international bekannter Fotograf . Für mehr als drei Jahrzehnte war er der Hausfotograf des "Playboy". Sein häufigstes Modell war Pamela Anderson. Wayda hat viele weitere Prominente fotografiert, darunter Jack Nicholson, Kim Kardashian, Claudia Schiffer und Denzel Washington. Wayda lebt in Los Angeles, derzeit arbeitet er auf Bali.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben Pamela Anderson mehr als 50-mal fotografiert, sind mit ihr durch die Welt gereist. Was für ein Mensch ist sie?

Wayda: Pamela ist eine wundervolle Person. Freundlich, liebenswert, großzügig, offen. In all meinen "Playboy"-Jahren habe ich mit ihr mehr als mit sonst jemandem gearbeitet. Sie ist einfach immer schön. Nicht nur wegen ihres Aussehens, sondern auch, weil sie eine schöne Seele hat. Diese Kombination macht es aus. Ihre Bilder fesseln nicht, weil sie so toll aussieht - sie ist nicht hübscher als viele andere auch. Sie fesseln, weil Pamela innen wie außen schön ist.

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Pamela Anderson: Die Evolution einer Ikone

Foto: VALERY HACHE/ AFP

SPIEGEL ONLINE: Wann war Ihr erstes Shooting mit ihr und wann Ihr letztes?

Wayda: Mein erstes war für das "Playboy"-Titelbild im Oktober 1989. Pamela war gerade in Vancouver entdeckt worden. Ihre Bilder wurden an Marilyn Grabowski geschickt, die Fotoredakteurin des "Playboy". Sie entschied, dass sie Pam wollte und überzeugte sie - Pam zögerte zunächst. Mein letztes Shooting mit ihr war für das "Playboy"-Cover Januar 2011. Pamela trägt ein schwarzes Kleid und steht vor einem Wasserfall.

SPIEGEL ONLINE: Wie war die Zusammenarbeit mit ihr?

Wayda: Sie war keine Diva, sondern Teil der Gang. Wenn wir unterwegs waren, war es wie ein Familienausflug. Wir haben gemeinsam gegessen, uns unterhalten, hatten viel Spaß. Am Set war sie immer konzentriert und diszipliniert.

SPIEGEL ONLINE: Wie wichtig war sie für "Playboy"?

Wayda: Sehr wichtig. Sie war eine gute Repräsentantin, weil sie von einem Mädchen aus Vancouver zu einer Ikone wurde. Sie beherrschte das Geschäft besser als alle anderen, war das Sexsymbol ihrer Zeit - so wie zuvor Marylin Monroe oder zuletzt Kim Kardashian heute. Jede dieser Frauen hat sich anders vermarktet. Pamela hat die Medien dominiert, lange bevor es soziale Medien gab. Ich wünschte, die wären damals schon da gewesen. Dann wären Pamela und ich heute vermutlich so reich wie die Kardashians.

SPIEGEL ONLINE: Was macht sie zur Ikone? Es gab schließlich Hunderte ähnliche Models.

Wayda: Viele Leute haben Träume, aber kaum jemand verwirklicht sie. Pamela hat das getan. Sie hat Glück gehabt, fokussiert und zielstrebig aus jeder Gelegenheit das Optimum herausgeholt. Und sie hatte die richtigen Leute um sich herum.

SPIEGEL ONLINE: Wen?

Wayda: Marilyn Grabowski. Sie gab Pamela Kontakte, hat ihre Karriere gefördert, hat arrangiert, dass Pamela die richtigen Leute traf. Und die Stylistin Alexis Vogel.

SPIEGEL ONLINE: Wie haben diese Personen Andersons Karriere beeinflusst?

Wayda: Bevor wir für die "Playboy"-Ausgabe November 1994 nach Saint Tropez flogen, war Pamela vor allem wegen "Baywatch" bekannt, der Inbegriff der kalifornischen Strandschönheit. Marylin hat Alexis und mich mit einem Team losgeschickt, um Pamela zur Brigitte Bardot ihrer Zeit zu machen. Alexis gab Pamela ihr Markenzeichen: die dunkel geschminkten Augen, den Schmollmund und die voluminöse Haartolle. Das hat Pamelas Leben verändert.

SPIEGEL ONLINE: Inwiefern?

Dieser Look unterschied sie von der Masse, weil er nicht so einfach zu kopieren war. Pamela ging als Strandmädchen und kam als Sex-Ikone nach Hause. Dabei hat sie sich in Saint Tropez gar nicht an meine Vorgaben gehalten, aber das habe ich erst viele Jahre später gemerkt.

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SPIEGEL ONLINE: Was hat sie damals getan?

Wayda: Die Location in Saint Tropez lag so, dass wir das Licht bei Sonnenaufgang nutzen mussten. Also ging die Arbeit schon um fünf Uhr los. Ich habe allen frühe Bettruhe verordnet, damit sie ausgeschlafen sind - Pamela eingeschlossen. Ich wollte kein Model, das müde aussieht. Das Styling-Team hat Pamela abends geschminkt und frisiert. Alle haben gewartet, bis in meinem Zimmer das Licht ausging.

SPIEGEL ONLINE: Und dann?

Wayda: Haben sie in Klubs bis morgens um drei Party gemacht. Anschließend haben sie Pamela ins Bett gebracht und um sie herum Kissen drapiert, dass sie sich nicht bewegen und ihr Make-Up verhunzen konnte. Nach dem Aufstehen wurden nur kurz die Haare gerichtet und alle fuhren zum Shooting.

SPIEGEL ONLINE: Die wilden Zeiten. Bitte mehr davon.

Wayda: Einmal gingen wir nach Frankreich für ein Shooting und ich fand keine Location, die mir gefiel. Pamela saß nur herum und fuhr schließlich nach Monte Carlo, weil sie dort eine Veranstaltung moderieren sollte. Sie traf Marcus Schenkenberg, das Model. Sie kam nicht zum Shooting zurück. Die Crew und ich hatten zwei Wochen Urlaub in Südfrankreich, sie verbrachte die Zeit mit Schenkenberg in Monte Carlo.

SPIEGEL ONLINE: Seit "Baywatch" und den ersten "Playboy"-Shootings sind viele Jahre vergangen. Wer ist Pamela Anderson heute?

Wayda: Eine Mutter mit inzwischen erwachsenen Söhnen. Sie will nicht mehr so im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Sie ist immer noch so schön wie eh und je. Im Alltag ist sie eine normale Person, geht einkaufen, kümmert sich um ihre Familie, trägt legere Kleidung, ist überhaupt nicht glamourös. Aber wenn sie sich schick macht, ist sie ist immer noch ein Sexsymbol. Nur sehr viel zurückgenommener.

SPIEGEL ONLINE: Frauen haben es im Entertainment-Business schwerer als Männer, wenn sie älter werden. Ist ihr Alter ein Nachteil für Pamela Anderson?

Wayda: Nein. Sie vermarktet sich ja nicht mehr als Sexsymbol.

SPIEGEL ONLINE: Hatten Sie jemals den Eindruck, dass Pamela Anderson den ganzen Zirkus satt hatte?

Wayda: Ja, solche Zeiten gab es. Ständig versuchte jemand, sie auszunutzen. Sie ist so nett - manche Leute würden es vielleicht naiv nennen - , dass sie an das Gute in Menschen glaubt und ihnen die Dinge abnimmt, die sie ihr erzählen. Und in der Entertainment-Branche finden sich leider viele Menschen, bei denen man das Gute lange suchen muss.

SPIEGEL ONLINE: Wie nahe stehen Sie ihr heute?

Wayda: Ich betrachte sie als meine Freundin. Ich habe sie zu Hause besucht, ich habe ihre Kinder getroffen, ich habe die Männer in ihrem Leben fotografiert: Marcus Schenkenberg, Tommy Lee, Kid Rock. Wir schreiben uns E-Mails und SMS. Direkt miteinander gesprochen haben wir zuletzt im vergangenen Jahr.

SPIEGEL ONLINE: Was wünschen Sie ihr für die nächsten 50 Jahre?

Wayda: Liebe, Glück, Frieden.

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