Paris Hilton "Ich weiß nicht, wer meine Rechnungen bekommt"

Paris Hilton macht auf Werbe-Ikone, It-Girl und schlachtet sogar ihren Knastaufenthalt aus. Doch als Unternehmerin scheint sie eher minderbegabt. Vor Gericht offenbarte die Blondine nun deutliche Defizite als Kauffrau.


Miami - Teurer Fummel, exklusiver Schmuck und zahlreiche Handy-Telefonate - all das will bezahlt werden. Wer das für Paris Hilton erledigt, weiß sie aber nicht. Das räumte das Glamour-Girl aus der Hoteldynastie jetzt in einem Prozess in Miami ein. Dabei hatten Anwalt und Manager kurz zuvor noch versucht, die 28-Jährige als Workaholic darzustellen, als Unternehmerin, die bis zu 18 Stunden am Tag arbeitet.

Auf die Frage, wer ihre Rechnungen bekomme, sagte Hilton vor Gericht: "Ich weiß nicht. Ich vermute derjenige, der sie auch bezahlt. Nach solchen Dingen frage ich nie." Auch räumte sie ein, noch nie eine ihrer eigenen Handy-Rechnungen gesehen zu haben, bis ihre Anwälte ihr eine zeigten.

Dabei sollte vor Gericht doch ein ganz anderes Bild entstehen. "Sie ist die am meisten beschäftigte Person auf diesem Planeten", sagte Hiltons Anwalt Michael Weinstein. Und Manager Jason Moore betonte, Paris Hilton habe seit Jahren keinen Tag frei gemacht. Ihre Arbeitstage begännen oft um 6 Uhr morgens oder noch früher - mit dem Styling. Die Arbeit an der Reality-Soap "The Simple Life" bringe manchmal 18-Stunden-Tage mit sich - und da sei sie nicht mal telefonisch erreichbar.

"Mein Bestes getan"

Der Prozess steht in Zusammenhang mit dem Film "National Lampoons Pledge This!" ("Die Rückkehr der Party Animals"), in dem Paris Hilton die Hauptrolle spielte. Die daran beteiligte Firma Worldwide Entertainment Group wirft ihr vor, dem Streifen entgegen einer Vereinbarung nicht genügend Publicity verschafft zu haben. Dies habe den Investor mehr als 8,3 Millionen Dollar gekostet. Diese Summe will er nun von Hilton einklagen.

Die Jungdiva mimte in dem Film die Präsidentin einer Studentinnenvereinigung, die um jeden Preis den Wettbewerb eines Männermagazins gewinnen will. Das Werk fiel bei den Kritikern durch, die Besucherzahlen waren schlecht.

Hilton war nicht nur als Darstellerin, sondern auch als Mitproduzentin beteiligt - auch wenn ihr das Anforderungsprofil offenbar nicht ganz klar war. "Ich bin nicht ganz sicher, was ein Produzent macht", sagte Hilton nun vor Gericht. Wahrscheinlich gehe es darum, "coole Leute" in die Besetzungsliste zu bekommen.

Die Vorwürfe der mangelnden Promotion wies Hilton zurück: "Ich habe mein Bestes getan." Sie habe jede Gelegenheit genutzt, um für den Film zu werben - jeden roten Teppich, jedes Interview und sogar Termine für andere Produkte.

siu/AP



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