Völkermord-Vorwurf gegen Israel Penélope Cruz deklariert Kritik als Missverständnisse

Wer Israel Völkermord vorwirft, muss mit scharfen Reaktionen rechnen. Die kriegt Penélope Cruz nun ab - und äußert sich erneut, um "nicht missverstanden zu werden". Was die Schauspielerin sagt, klingt allerdings eher nach Schadensbegrenzung.

AP

Los Angeles/Madrid - Penélope Cruz hat sich mit einer Äußerung zum Gaza-Konflikt sehr unbeliebt gemacht. Die Schauspielerin unterschrieb - wie Dutzende andere Prominente auch - das "Kommuniqué der Kultur gegen den Völkermord an Palästinensern". Zu den Unterzeichnern gehören etwa Cruz' Ehemann Javier Bardem und der Regisseur Pedro Almodóvar. Die Prominenten werfen Israel "Völkermord" vor.

In dem Appell verlangen Kunstschaffende einen sofortigen Waffenstillstand. Zudem werden Spaniens Regierung und die Europäische Union aufgefordert, "die Bombardements gegen die palästinensische Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen von der Luft sowie von Land und See aus zu verurteilen".

Dass die Schauspielerin mit ihrer Unterstützung für dieses Anliegen anecken würde, war zu erwarten. Kaum ein Thema wird derzeit so kontrovers diskutiert, kaum ein Thema polarisiert so sehr. Es überrascht nicht, dass gegen Cruz bald der Vorwurf laut wurde, sie sei eine Antisemitin.

Nun hat sich die 40-Jährige geäußert. Sie nennt es eine "Klarstellung", aber es lässt sich auch als Versuch der Schadensbegrenzung deuten. Die Zeitung "USA Today" zitiert aus einem Statement von Cruz' Management. Die Schauspielerin wolle "bei diesem wichtigen Thema nicht missverstanden werden", heißt es darin.

"Ich bin keine Expertin für die Situation und ich bin mir deren Komplexität bewusst. Mein einziger Wunsch und meine einzige Absicht bei der Unterzeichnung des offenen Briefes ist die Hoffnung, dass in Israel und Gaza Frieden sein wird." Sie hoffe auf einen Waffenstillstand und keine weiteren unschuldigen Opfer beiderseits der Grenze, auf Einigkeit und Frieden.

Die Zeitung befand, Cruz habe sich zumindest unglücklich verhalten. Wenn man sich von einer geäußerten Meinung distanziere, sehe das nicht gut aus - "für den Star, dessen Meinung und möglicherweise auch dessen Karriere". Warum, fragt "USA Today", habe sich Cruz also zu einem solch heiklen Thema geäußert? Und warum gerade jetzt?

ulz



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