Einreiseverbot "Pickup Artist" Julien Blanc darf nicht nach Großbritannien

In seinen Seminaren propagiert der selbsternannte Aufreißerguru Julien Blanc einen höchst zweifelhaften, gewalttätigen Umgang mit Frauen. Nach großer Kritik an ihm darf er jetzt in Großbritannien nicht auftreten.
Julien Blanc: Keine Einreise für "Pickup"-Artist nach Großbritannien

Julien Blanc: Keine Einreise für "Pickup"-Artist nach Großbritannien

Foto: YouTube/ RSDJulien

Hamburg/London - Der umstrittene "Pickup Artist" Julien Blanc darf nicht nach Großbritannien einreisen. Das berichtet die BBC  unter Berufung auf das britische Innenministerium. Demnach sollte im Februar eine Veranstaltungsreihe des selbsternannten Flirtgurus im Vereinigten Königreich starten.

Mehr als 160.000 Menschen unterschrieben eine Petition, die forderte, Blanc das Visum zu versagen. Innenstaatssekretärin Lynne Featherstone hatte sich bereits am Samstag in einem Zeitungsinterview für ein Einreiseverbot für den 25-Jährigen ausgesprochen. "Wenn er in Großbritannien auftreten dürfte, würden die Fälle von sexueller Belästigung und Einschüchterung ohne Zweifel zunehmen", zitierte sie der "Guardian".

Sie sei "über die sexistischen und absolut abscheulichen Aussagen Blancs sehr besorgt", sagte Staatssekretärin Featherstone. So sei es etwa "völlig unangemessen, darüber zu sprechen, Mädchen zu würgen" - eine angeblich von Blanc empfohlene "Technik".

Der Amerikaner bietet im Namen des US-Unternehmens Real Social Dynamics (RSD) auf der ganzen Welt Seminare an, in denen Männer angeblich lernen, wie sie Frauen ins Bett kriegen. Allerdings macht Blanc bei seinen Flirtstrategien auch vor gewalttätigen Handlungen keinen Halt. Sein Angebot wird daher als frauenverachtend kritisiert, Aktivisten rufen unter dem Hashtag #takedownrsd und #takedownjulienblanc zu Demonstrationen an den Veranstaltungsorten der RSD-Seminare auf.

Auch in Deutschland hat Blanc Veranstaltungen geplant, darunter in Berlin und München. Und auch hier gab es große Kritik an den Methoden des "Pickup Artist". Unter anderem forderten die SPD-Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert und die Münchner Grünen-Politikerin Lydia Dietrich ein Einreiseverbot für Blanc.

In Australien hat Blanc Besuchsverbot. Dort hatte RSD bereits Seminare veranstaltet. Nachdem das Land ihn auf die Liste unerwünschter Personen setzte und ihm das Visum entzog, musste er ausreisen.

gam/Reuters
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