Klatsch und Knatsch Die Woche der Superfrauen

Pippa Middleton heiratet, Cher dreht die Zeit zurück, und "Wonder Woman" feiert eine Premiere mit Superfrauen. Da sehen wir doch glatt darüber hinweg, dass Katy Perry und Taylor Swift immer noch zanken.

AFP

Ob es den männlichen Comic-Fans gefällt oder nicht: Der neue Superhelden-Blockbuster "Wonder Woman" richtet sich mindestens ebenso sehr an Frauen wie an die Zielgruppe der männlichen Nerds, die bisher über Wohl und Übel von Superhelden-Filmen entschieden haben.

Da war offenbar auch der US-Kinokette Alamo Drafthouse Cinema nach Feiern zumute. Sie ehrten den Superheldinnenfilm mit einer ganz speziellen Vorpremiere - nur für Frauen.

"Fangt eure Nerdfreundinnen mit dem Lasso ein und schnappt euch Karten für die Feier eines der inspirierendsten Charaktere, die je geschaffen wurden", warb der Kinobetreiber auf seiner Internetseite.

Ein Angebot, das mit gemischter Begeisterung aufgenommen wurde. Während die Karten in kürzester Zeit ausverkauft waren, klangen einige männliche Superhelden-Fans, als wollten sie sich aus lauter Frust direkt mit Wonder Womans Wahrheitslasso erhängen. "Na super", nölte etwa Footballtrainer Mike Canales, "gebt uns Bescheid, wenn ihr 'Thor', 'Spider-Man', 'Star Wars' und so weiter 'nur für Jungs' zeigt."

Bei "Wonder Woman" übernahm das erste Mal eine Frau bei der Verfilmung einer DC- oder Marvel-Vorlage die Regie. Patty Jenkins wurde 2003 mit ihrem Debüt "Monster" quasi über Nacht bekannt. Der Film über die real existierende Serienkillerin Aileen Wuornos verhalf seiner Hauptdarstellerin Charlize Theron zu einem Oscar - und Jenkins zur freien Auswahl für ihr nächstes Filmprojekt. Jenkins sagte: "Wonder Woman". Es hat geklappt, 15 Jahre später feierte am Donnerstag der zweite Kinofilm ihrer Karriere Premiere.

Ein für beide Geschlechter gleichermaßen frohes Ereignis bescherte uns Pippa Middleton. Kates Schwester hat am vergangenen Wochenende dem Hedgefonds-Millionär James Matthews das Jawort gegeben. Die Feier hat mehr als 800.000 Euro gekostet - kein Wunder: Serviert wurden unter anderem 20.000 Kanapees und kiloweise Kaviar.

Im Vergleich dazu hat ein deutscher Prominenter seine Hochzeit offenbar äußerst geräuschlos abgewickelt: Fußballnationalmannschaftskapitän Manuel Neuer und seine Verlobte Nina Weiss haben sich Medienberichten zufolge im österreichischen Örtchen Tannheim das Jawort gegeben - im engen Kreis, wie es heißt.

Viele Promis hingegen waren andernorts zu sehen: In Cannes liefen Stars wie Kendal Jenner und Pamela Anderson beim weltberühmten Filmfestival auf - und in Las Vegas trafen sich etliche Stars der Musikbranche anlässlich der Billboard Music Awards.

Einen besonders beeindruckenden Auftritt legte dort vor allem Sängerin Cher hin: Die mittlerweile 71-jährige Musikerin präsentierte ihren Neunziger-Hit "Believe" in einem Outfit, das nicht wirklich viel verdeckte - und schon wenig später stand sie mit schwarzer Lockenperücke und Lederjacke auf der Bühne, um "If I Could Turn Back Time" zu singen. Das Outfit war eine Reminiszenz an frühere Zeiten: 1989 war sie in ähnlicher Montur im Musikvideo zu der Single zu sehen.

Modisch hatten auch die Berühmtheiten auf der Benefizgala der Aids-Forschungsstiftung Amfar in Cannes einiges zu bieten. Die Dichte an spektakulär gekleideten Models, Pop- und Filmstars war so hoch, dass Dustin Hoffmans Anwesenheit fast unbemerkt blieb. Dennoch konnten in diesem Jahr nicht so viele Spenden eingesammelt werden wie in den vergangenen Jahren.

Nur eitel Sonnenschein gab es natürlich trotzdem nicht in den vergangenen Tagen - sondern auch handfeste Streitigkeiten zwischen Prominenten. Der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen Katy Perry und Taylor Swift etwa war nun Thema in der aktuellen Folge von "Carpool Karaoke" des US-Entertainers James Corden. So wirklich klar machte Perry nun zwar nicht wirklich klar, worum es in dem Zwist eigentlich geht. Aber immerhin hat sie eine klare Meinung zur Schuldfrage: "Also wirklich, es ist so, dass sie angefangen hat, und es ist Zeit, dass sie es auch beendet."

mxw/bma



insgesamt 3 Beiträge
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Newspeak 27.05.2017
1. ...
Ob man sich vorstellen kann, das jemals ueber die Hochzeit eines Mannes so berichtet wird, wie ueber die von Frau Middleton? Was soll das? Die Welt wird jeden Tag verrueckter und gefaehrlicher und das ist berichtenswert? Aber die Berichterstattung darueber faellt bestimmt unter Feminismus, nicht wahr? Wenn Frauen sich so geben, wie alle Klischees der Welt sie gerne sehen. Mir ist schon klar, dass auch der Spiegel eine Boulevard Ecke haben muss, aber muss es gleich so seicht sein?
Criticz 27.05.2017
2. Was genau diese Damen nun zu "Super"frauen macht erschließt sich nicht....
dass sie einfach einen reichen Mann heiraten? Dass sie mit hübschen Kleidchen über den roten Teppich laufen und dafür gehyped werden (da werden sie ja glatt bevorzugt gegenüber den Männern die den gleichen Job haben aber brav Anzüge tragen dürfen)? oder dass nur Frauen zur Filmpremiere dürfen und Männer ausgrenzen (die wiederum gleich als Jammerlappen diskreditiert werden) ? Welch eine tolle Errungenschaft! Wäre es umgekehrt gäbe es einen Aufschrei....
palart 27.05.2017
3. Superfrauen???
Superfrauen? Was soll denn an ihnen super sein, die schauspielern doch nur, alles hohle Fassade und täglich 3 Stunden Schminktisch? Was für ein enges Leben... In unserer Stadt mit rund 200000 Einwohnern hat es jede Menge viel schönere, natürlichere und weniger verzogene, wunderbare Frauen, die täglich unauffällig ihren Job machen.
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