Politik und HipHop Wyclef Jean wegen Erschöpfung in Klinik

Politik ist ein hartes Business: ständige Fliegerei, Interviews, mediale Dauerbeobachtung. Knapp acht Wochen hielt es Musiker Wyclef Jean auf dem politischen Parkett aus - dann wurde er ins Krankenhaus eingeliefert.

AP

Hamburg - Die Ziele waren hoch gesteckt: Wyclef Jean wollte Präsident von Haiti werden, sich für seine Landsleute einsetzen und die von Umweltkatastrophen erschütterte Insel zu einem besseren Ort machen. Dafür nahm er acht offenbar sehr anstrengende Wochen in Kauf. Am Wochenende - nur wenige Tage nachdem er sein politisches Vorhaben offiziell für beendet erklärte - wurde der 37-Jährige nun ins Krankenhaus eingeliefert. Diagnose: Erschöpfung.

Der achtwöchige Wahlkampf sei brutal gewesen, sagte Jeans Sprecherin Marian Salzman. Und seine Familie ließ dem US-Blog "Jezebel" zufolge verkünden, der dreifache Grammygewinner leide unter Schlafmangel, Stress, den vielen Reisen und der permanenten Beobachtung durch die Medien. Unterstützung erhofft sich die Familie von den Fans des Hip-Hop-Stars: Ihre Gedanken würden Jean helfen, wieder zu Kraft und Stärke zu kommen. "Dann wird er sein Versprechen einhalten und wieder ganz vorne mit dabei sein im Kampf für Haiti", hieß es.

Im August wurde bekannt, dass sich der gebürtige Haitianer Wyclef Jean um das Präsidentenamt seines Landes bewerben wolle. Seine Kandidatur wurde vom Wahlkomitee jedoch zurückgewiesen, weil der Musiker in den vergangenen fünf Jahren nicht wie vorgeschrieben in Haiti gelebt hatte. Vor einer Woche hatte Jean sein Vorhaben dann offiziell aufgegeben.

Mit der Genesung geht es derweil offenbar schnell voran. Am Montag ließ Jeans Sprecherin verkünden, der Star sei aus dem Krankenhaus entlassen worden und erhole sich nun zu Hause von den Strapazen. Eine Woche Ruhe wolle er sich noch gönnen, dann werde er wieder arbeiten.

Nein, Politik soll dabei keine Rolle mehr spielen. Stattdessen kehrt der Künstler zu seinen Wurzeln zurück und startet eine Promo-Tour für sein neues Album, das im Februar 2011 erscheinen soll. Zumindest der Titel erinnert noch an die Ausflüge ins politische Metier: "If I Were President, the Haitian Experience".

aar/dapd



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