Corona-Proteste in Berlin Polizei nimmt Attila Hildmann fest

Der Promikoch Attila Hildmann soll in Berlin gegen das Versammlungsgesetz verstoßen haben. Die Polizei führte ihn kurzerhand ab.
Attila Hildmann bei Corona-Protesten Mitte Mai in Berlin

Attila Hildmann bei Corona-Protesten Mitte Mai in Berlin

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FABRIZIO BENSCH/ REUTERS

Der Promikoch Attila Hildmann ist am Nachmittag in Berlin vorübergehend festgenommen worden. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei dem SPIEGEL. Der Vorfall geschah demnach im Lustgarten nahe der Straße Unter den Linden. Hildmann habe dort Interviews gegeben, während sich eine "große Zahl an Personen um ihn versammelt" habe.

Mit der Gruppe habe er losziehen wollen, woran die Beamten ihn gehindert hätten. Man werfe ihm einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und das Infektionsschutzgesetz vor. Nach kurzer Zeit kam Hildmann wieder auf freien Fuß. Mehrere Polizisten hätten ihn daraufhin zum Kanzleramt eskortiert, wo er am Abend eine angemeldete Kundgebung abhalten wollte. Im Netz kursieren Videos, die den Zwischenfall zeigen sollen.

Kampf gegen die Corona-Politik

In der Coronakrise kämpft Hildmann gegen die Corona-Politik der Bundesregierung und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dabei steht er an vorderster Front der Verschwörungstheoretiker, behauptet etwa, Eliten arbeiteten an einer neuen Weltordnung. Bereits in der Vergangenheit wurde er am Rande von Demonstrationen von der Polizei abgeführt.

Gegner der Corona-Einschränkungen gingen am Samstag erneut in mehreren deutschen Städten auf die Straße. In Berlin waren insgesamt deutlich mehr als 30 Kundgebungen von Gegnern der Beschränkungen sowie Gegendemonstrationen angemeldet, sagte eine Polizeisprecherin. Bis zum Nachmittag verliefen die Proteste demnach weitgehend störungsfrei.

Eine rechtsradikale Kundgebung an der Siegessäule sei vom Veranstalter selbst vorzeitig beendet worden, sagte die Polizeisprecherin. Daraufhin hätten Teilnehmer ihren Unmut bekundet, es sei zu Rangeleien und "einigen freiheitsbeschränkenden Maßnahmen" seitens der Polizei gekommen.

Demonstriert wurde auch in Stuttgart und München. In Stuttgart waren mehrere Kundgebungen angemeldet, die Teilnehmerzahlen waren im Vergleich zu den Vorwochen jedoch "recht überschaubar", wie ein Polizeisprecher sagte. Einige angemeldete Kundgebungen fanden bei strömendem Regen demnach gar nicht statt.

In München wurde laut Polizei keine der vier ursprünglich angemeldeten Kundgebungen zu Ende gebracht. Die größte Veranstaltung auf der Theresienwiese wurde demnach bei ebenfalls schlechtem Wetter kurz vor Beginn vom Veranstalter abgesagt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Textfassung wurde Attila Hildmann fälschlicherweise als TV-Koch bezeichnet. Wir haben die Formulierung korrigiert.

sms/AFP

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