Judith Hill Sie war zuletzt die Frau an Prince' Seite

Der Tod von Prince erschütterte die Welt des Pop. Nun hat Sängerin Judith Hill in einem Interview von den letzten Tagen des Stars erzählt - und dem verhängnisvollen Flug, kurz vor seinem Ableben.

Getty Images

Sie war sein Schützling - und wich ihrem musikalischen Vorbild in seinen schlimmsten Stunden nicht von der Seite. In einem Interview mit der "New York Times" hat Sängerin Judith Hill von den letzten Tagen im Leben von Popstar Prince erzählt.

Die 32-Jährige war am 15. April 2016 mit an Bord des Privatjets von Prince gewesen, kurz vor seinem Tod.

Mitten in einer Unterhaltung über Musik und Fotografie sei Prince plötzlich ohnmächtig geworden. "Zum Glück hatte ich ihm da gerade ins Gesicht geschaut", sagte Hill. Sonst hätte sie vermutlich gedacht, der Sänger wäre nur eingeschlafen. "Wir wussten, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde. Wir mussten runter."

An Bord des Flugzeuges habe man nichts gehabt, um dem Sänger zu helfen. Sie habe ihn immer wieder geschüttelt und seinen Namen gerufen, während der Jet, der in Atlanta gestartet war, über Moline im US-Bundesstaat Illinois zur Notlandung ansetzte.

"Der schlimmste Tag meines Lebens"

Als sie am Krankenhaus angekommen seien, habe Prince wieder sprechen können. Dennoch sei sie schockiert gewesen, denn zuvor habe der Sänger nie Anzeichen von Qualen oder Schmerzen gezeigt.

Nach dem Zwischenfall sei Prince im Krankenhaus schon wieder ganz der Alte gewesen. "Er war nicht niedergeschlagen oder dösig", sagte Hill in dem Interview. Stattdessen habe er den Animationsfilm "Zootopia" schauen wollen.

Hill hatte im Anschluss die Nacht bei dem Popstar verbracht und ihm beigestanden. Dort habe Prince zu ihr gesagt: "Ich bin nur durch Gottes Gnade noch hier. Ich musste um mein Leben kämpfen. Ich erinnere mich, dass ich deine Stimme von fern gehört habe und zu mir selbst sagte: 'Du musst den Stimmen folgen und zurück in deinen Körper.'"

Nur sechs Tage später starb Prince an einer tödlichen Überdosis des Schmerzmittels Fentanyl. "Das war definitiv der schlimmste Tag meines Lebens", sagte Hill nun. Die Nachricht habe sie morgens nach dem Aufwachen erreicht, als Freunde ihr Textnachrichten geschickt hätten.

In den vergangenen zwei Jahren hatte sich eine innige Beziehung zwischen den beiden Musikern entwickelt. Er habe zu ihr gesagt, dass er sie liebe und immer für sie da sein werde, sagte die 32-Jährige. "Jetzt ist er fort, und ich merke, wie sehr ich mich auf ihn gestützt habe. Das macht mir Angst. Ich bin jetzt allein."

Fotostrecke

21  Bilder
Prince: Ein Pop-Life

cne



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.