Nach Missbrauchsvorwürfen Prinz Andrew legt öffentliche Ämter nieder

Prinz Andrew stand wegen einer möglichen Verwicklung in den Epstein-Skandal und eines umstrittenen BBC-Interviews in der Kritik. Nun hat er Konsequenzen gezogen - mit Erlaubnis der Queen.

Abgang mit Mutters Gnaden: Prinz Andrew an der Seite von Queen Elizabeth II. vor dem Buckingham Palace (Archivbild vom Mai 2019)
Ben Stansall/REUTERS

Abgang mit Mutters Gnaden: Prinz Andrew an der Seite von Queen Elizabeth II. vor dem Buckingham Palace (Archivbild vom Mai 2019)


Der zweitälteste Sohn der Queen hat nach Missbrauchsvorwürfen seine öffentlichen Ämter niedergelegt. Er habe die britische Königin darum gebeten, sich von seinen "öffentlichen Verpflichtungen" auf absehbare Zeit zurückziehen zu dürfen, wie Prinz Andrew auf Twitter mitteilte.

In der Einlassung heißt es, seine ehemalige Verbindung zu dem US-Unternehmer Jeffrey Epstein sei zu einer "massiven Störung" für die Arbeit seiner Familie und für sein Engagement in vielen Wohltätigkeitsorganisationen geworden. Er bereue weiterhin seine unbedachte Verbindung zu Epstein. Er habe großes Mitgefühl für jeden Betroffenen des Skandals. Er sei bereit, den Ermittlungsbehörden zu helfen.

Die Affäre begann mit erneuten Ermittlungen im Fall Epstein (lesen Sie hier mehr darüber). Dem bereits als Sexualstraftäter verurteilten Immobilienunternehmer wurde vorgeworfen, minderjährige Mädchen zur Prostitution gezwungen zu haben.

Prinz Andrew (Archivbild): "Massive Störung"
DPA

Prinz Andrew (Archivbild): "Massive Störung"

Eine damals 17-Jährige gibt an, sie sei mehrmals zum Sex mit Andrew gezwungen worden. Er hatte das stets bestritten. Kürzlich sagte der Prinz, er habe keine Erinnerung an ein Treffen mit dieser Frau.

Zudem waren Aufnahmen aufgetaucht, die Andrew mit Epstein zeigten - selbst nachdem der Multimillionär bereits eine erste Gefängnisstrafe wegen der Vorwürfe abgesessen hatte. Bereits im Sommer hatte sich Andrew zu einer Erklärung genötigt gefühlt und beteuert, von den Machenschaften Epsteins nichts gewusst zu haben.

Vergangenen Samstag gab Prinz Andrew schließlich der BBC ein Interview, in dem er versuchte, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen.

BBC News/ Press Association Images/ DPA

Doch das Interview geriet zum PR-Desaster - die Kritik am TV-Auftritt des 59-Jährigen war vernichtend (lesen Sie hier eine Analyse). Mehrere Firmen und Universitäten zogen sich daraufhin aus Projekten des Prinzen zurück.

jpz/AP/Reuters/dpa/AFP

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