Charles und William sollen interveniert haben Problemprinz Andrew von royalem Termin ausgeladen

Mittagessen ja, Gottesdienst nein: Weil er in einen Missbrauchsskandal verwickelt ist, meidet die britische Königsfamilie Auftritte mit Prinz Andrew. Nun gab es wohl Streit um eine Prozession zu Ehren des Hosenbandordens.
Prinz Andrew (2021): Mittagessen ja, Gottesdienst nein

Prinz Andrew (2021): Mittagessen ja, Gottesdienst nein

Foto: Steve Parsons / dpa

Der britische Prinz Andrew wird nach Beratungen der Royals einem geplanten öffentlichen Auftritt mit der Familie fernbleiben. Zuvor war berichtet worden, dass der 62-Jährige am Montag an einer Veranstaltung zu Ehren des Hosenbandordens – einem der ältesten britischen Ritterorden – teilnehmen wollte.

Wenige Stunden vor Beginn der Veranstaltung hieß es von einer Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: »Der Herzog von York wird an der Ordensverleihung und am Mittagessen teilnehmen, jedoch nicht an der Prozession oder am Gottesdienst.« Dies sei eine persönliche Entscheidung nach Beratungen mit der Familie.

Der »Telegraph«  sowie ITV  hatten berichtet, Prinz Charles und Prinz William hätten interveniert und dafür plädiert, Andrew von dem Termin auszuschließen.

Spekulation über Rückkehr ins öffentliche Leben als Royal

Der zweitälteste Queen-Sohn hat nach seiner Verstrickung in einen Missbrauchsskandal seine öffentlichen Aufgaben als Royal niedergelegt. Allerdings wird immer wieder darüber spekuliert, ob und wie eine teilweise Rückkehr aussehen könnte.

Mitte Februar hatte Andrew mit einem wohl millionenschweren Vergleich eine Missbrauchsklage in den USA gegen sich abwenden können. Klägerin Virginia Giuffre hatte ihm vorgeworfen, sie als 17-Jährige mehrfach missbraucht zu haben. Sie gab an, zuvor Opfer eines von dem früher mit Andrew befreundeten US-Multimillionär Jeffrey Epstein und seiner Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell aufgebauten Missbrauchsrings geworden zu sein. Andrew wies die Vorwürfe zurück. Seine militärischen Dienstgrade und offiziellen Aufgaben für die Königsfamilie hatte er aber bereits abgeben müssen.

Ende März hatte Andrew einen Schritt zurück in die Öffentlichkeit gewagt. Queen Elizabeth II. hatte ihn ausgewählt, um sie zum Gedenkgottesdienst für ihren im vergangenen Jahr im Alter von 99 Jahren gestorbenen Mann Prinz Philip in die Westminster Abbey zu begleiten. Die Wahl hatte große Überraschung ausgelöst.

Bei großen Veranstaltungen zum 70. Thronjubiläum der Queen hatte Andrew dagegen nicht teilgenommen. So durfte er bei der großen Parade »Trooping the Colour« nicht mit der Königin auf dem Balkon des Buckingham-Palastes stehen. Die Teilnahme an einem Gottesdienst hatte er wegen einer Coronainfektion abgesagt.

ptz/dpa
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