Gesundheitsminister über Charles "Der Prinz von Wales hat sich nicht vorgedrängelt"

Der britische Thronfolger hat Covid-19 - und Kritiker behaupten, Prinz Charles habe eine Sonderbehandlung erhalten. Nun hat sich der Gesundheitsminister geäußert.
Corona-Fall im britischen Königshaus: Prinz Charles

Corona-Fall im britischen Königshaus: Prinz Charles

Foto: ABIR SULTAN/POOL/EPA-EFE/Shutterstock

Mit deutlichen Worten hat der britische Gesundheitsminister Edward Argar Behauptungen zurückgewiesen, Prinz Charles habe in der Coronakrise eine Sonderbehandlung erhalten. "Der Prinz von Wales hat sich nicht vorgedrängelt", sagte er dem Sender Sky News  auf eine entsprechende Frage.

Die Erkrankung des britischen Thronfolgers war am Mittwoch bekannt geworden. Der älteste Sohn von Königin Elizabeth II. sei positiv auf den Erreger getestet worden, teilte der Palast mit. Der 71-Jährige leidet demnach an leichten Symptomen der Lungenkrankheit Covid-19, ist aber ansonsten "wohlauf".

Die oberste Gesundheitsbeamtin der schottischen Regierung sagte, es habe medizinische Gründe für den Test von Prinz Charles gegeben. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert eine nicht näher genannte Quelle aus dem Palast, der zufolge der Thronfolger wegen seines Alters und seiner "medizinischen Vorgeschichte" getestet worden sei.

Auf der Seite des schottischen staatlichen Gesundheitsdienstes  heißt es: Getestet werde man grundsätzlich nur, wenn man eine schwerwiegende Erkrankung habe, die eine Behandlung im Krankenhaus erfordere. Diese scheint bei Prinz Charles nach allem was bekannt ist, nicht vorzuliegen.

"Keine Ausnahmen"

In den sozialen Medien regte sich daher Kritik. Man wünsche dem Thronfolger eine schnelle Genesung, doch alle Briten riskierten, einen geliebten Menschen zu verlieren, schrieb die Gruppierung "Republic", die für eine Abschaffung der Monarchie kämpft. Es sei jetzt Zeit für einen gerechten Zugang zu Medizin. "Keine Ausnahmen." Der Prinz sei getestet worden - aber die Regierung habe es versäumt, schnelle Tests für die Mitarbeiter des Gesundheitswesens zu ermöglichen, kommentiert der "Mirror ".

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Auf eine entsprechende Frage, warum das so sei, erklärte der britische Gesundheitsminister Argar laut Reuters: Nach seinen Informationen hätten Symptome und Zustand dazu geführt, dass ein Test an Charles notwendig gewesen sei. Im Fernsehen ergänzte Argar, man sei dabei, die Tests im ganzen Land hochzufahren - vor allem für die Beschäftigten im Gesundheitssystem.

Großbritannien hatte seine Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus zuletzt verschärft. Premierminister Boris Johnson hatte am Montagabend seine Landsleute in einer Rede an die Nation angewiesen, die eigenen vier Wände fortan so wenig wie möglich zu verlassen.

jpz/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.