Prinz Harry Auf neun Zehen zum Südpol

Armer Prinz Harry. Hat sich den Zeh gebrochen. Ärgerlich, denn der Vierte in der britischen Thronfolge wollte eigentlich einen Ausflug unternehmen: zum Südpol, 335 Kilometer in 16 Tagen, bei minus 40 Grad.

Getty Images

London - Er hatte sich so gefreut. Seit Wochen trainiert Prinz Harry für seinen Mitte bis Ende November geplanten Trip an den Südpol. Um gewappnet zu sein, ließ er sich gar eine Nacht lang in einem begehbaren Kühlschrank einsperren. Insgesamt 335 Kilometer wollte er in nur 16 Tagen zurücklegen, das Ganze bei minus 40 Grad.

Jetzt aber muss der ambitionierte Sportler offenbar eine Zwangspause einlegen. "Prinz Harry hat sich in den vergangenen Wochen einen Zeh gebrochen", erklärte ein Sprecher des Königshauses. Und fügte schmallippig hinzu: "Er wird nicht bekanntgeben, wie es passiert ist, das ist Privatsache."

Der 29-Jährige scheint betrübt, schließlich wollte er nicht in Eis und Schnee lustwandeln, sondern für eine gute Sache die Werbetrommel rühren. Die gemeinnützige Organisation "Walking for the Wounded" will mindestens zwei Millionen britische Pfund auftreiben, um verwundete Soldaten finanziell zu unterstützen. Bei dem Gewaltmarsch dabei sind ehemalige Truppenmitglieder wie Captain Ibrar Ali, der im Irak einen Arm verlor, oder die einzige Frau im Team, Major Kate Philp, die 2008 bei einem Bombenanschlag in Afghanistan ein Bein verlor.

Ein Bekannter des Prinzen soll dem Boulevardblatt "Sun" anvertraut haben, dass die Teilnahme Harrys an der Tour ausgemachte Sache sei: "Er wird definitiv gehen", zitiert die Zeitung die namentlich nicht genannte Quelle. "Harry kämpft gegen die Uhr." So richtig aktives Kämpfen ist das allerdings nicht, denn einen gebrochenen Zeh kann man eigentlich nur mit Ruhe kurieren - oder so lange ignorieren, bis der Schmerz einen zur Operation drängt. "Er steht in den Startlöchern und will noch nicht einmal darüber nachdenken, dass er nicht teilnehmen könnte", sagt der Bekannte.

Es wäre bereits das zweite Mal, dass Harry sich in die Kälte begibt: Schon 2011 nahm er mit derselben Gruppe an einer Expedition zum Nordpol teil. Schon damals kam ihm etwas dazwischen: Die Hochzeit seines Bruders William. Wegen der opulenten Feier hatte er die Tour abkürzen müssen. Begeistert war er trotzdem: "Diese Jungs sind (…) unglaublich, absolut erstaunlich, die Inspiration, die sie uns allen geben ist unglaublich."

Sollte er an den Start gehen, bekommt nun auch Prinz Harry die Chance, Haltung zu zeigen, indem er verletzt für die Verletzten läuft. Walking wounded for the wounded.

ala

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