Prinz Harry und seine Schul-Tüten Die Queen lobt Prinz Charles' Erziehungsmethoden

Nur selten lässt sich Elizabeth II. einen Kommentar zu Negativschlagzeilen rund um ihre Familie entlocken. Dieses Mal tat sie es doch: Die Queen lobte ihren Sohn für den Umgang mit ihrem Enkel, nachdem dessen Drogenkonsum bekannt geworden war. Für Prinz Harry hat die Angelegenheit indes möglicherweise auch noch polizeiliche Folgen.


London - Die Behörden schließen weitere Schritte gegen den 17-jährigen Sohn von Prinz Charles und Lady Diana nicht aus. Die Polizei des westenglischen Bezirks Wiltshire betonte am Montag, Harry werde genauso behandelt wie jeder andere Jugendliche auch. Geprüft würden auch rechtliche Schritte gegen die Betreiber des Pubs Rattlebone Inn, wo der Prinz Berichten zufolge Alkohol konsumiert hat. In Großbritannien ist der Erwerb von Alkohol erst ab dem Alter von 18 Jahren erlaubt. Die Londoner Brauerei Young's, die das Rattlebone Inn betreibt, wies die Vorwürfe zurück. Harry habe das Pub zwar manchmal besucht, ihm sei aber niemals Alkohol ausgeschenkt worden, hieß es in einer Erklärung des Unternehmens.

Prinz Harry rauchte Cannabis und trank Alkohol
AFP

Prinz Harry rauchte Cannabis und trank Alkohol

In einer Erklärung des Buckingham-Palastes hieß es am Montag, "die Queen hofft, dass die Sache nun als abgeschlossen betrachtet werden kann". Die Königin teile die Ansichten des Prinzen von Wales über die Ernsthaftigkeit von Prinz Harrys Verhalten, und unterstütze die ergriffenen Maßnahmen. Prinz Charles hatte seinen jüngsten Sohn nach seinem Eingeständnis für einen Tag in eine Suchtklinik geschickt, um ihn dort über die Gefahren des Drogenkonsums aufklären zu lassen. Am Montag besuchte Harry wieder die renommierte Eton-Schule.

Prinz Harry hatte laut dem Boulevard-Blatt "News of the World" zugegeben, im vergangenen Sommer mit Freunden Marihuana geraucht und in dem Pub in der Nähe von Charles' Landsitz Highgrove Alkohol getrunken zu haben.

Unterdessen wird auch das Verhalten der Leibwächter erörtert, die Harry gewöhnlich auf Schritt und Tritt begleiten. Ob sie die Vorfällen miterlebt haben, ist unklar. Die Prinz-Charles-Biografin Penny Junor sagte jedoch, die Leibwächter dürften nur dann eingreifen, wenn Harrys oder ihre Sicherheit bedroht sei. "Sie sind da, um die Prinzen vor Gefahr oder Mord zu bewahren, nicht vor den normalen Episoden des Erwachsenwerdens", betonte Junor.



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