Britische Monarchie Medien berichten über Unmut im Palast wegen Harrys Abrechnung

Prinz Harry packte zuletzt über das schwere Leben als Prinz aus – und machte seiner Familie Vorwürfe. Im Buckingham Palast scheint der Ärger darüber erheblich zu sein.
Prinz Harry über Vater Charles: Schmerz und Leid weitergegeben

Prinz Harry über Vater Charles: Schmerz und Leid weitergegeben

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Kirsty Wigglesworth / dpa

Auf die Anrede »Königliche Hoheit« mussten Prinz Harry und Herzogin Meghan bereits verzichten. Doch nachdem es nicht bei einem stillen Rückzug der beiden aus dem britischen Königshaus geblieben ist, sondern sich zuletzt vor allem der 36-jährige Enkel von Queen Elizabeth II. weiter umfassend über die Schattenseiten des Lebens als Royal ausließ, scheint sich so mancher im Buckingham Palast zu fragen, warum sie dann überhaupt noch Adelstitel tragen.

Wenn sie so desillusioniert von ihrem königlichen Hintergrund seien, sollten sie sich auch nicht mehr Prinz und Herzogin nennen, bemängelten der »Mail on Sunday«  zufolge Insider aus dem Königshaus.

Einer dieser nicht namentlich genannten Mitarbeiter des Hofs wird mit den Worten zitiert: »Sie sollten einfach Harry und Meghan werden. Und wenn sie sich weigern, das zu tun, müssen sie erklären, warum nicht.« Harry verbringe ja ohnehin viel Zeit damit zu beteuern, dass er nicht anders sei als andere Menschen, und das Ehepaar Sussex scheine die Institution, dem es die herzoglichen Titel zu verdanken habe, zu verabscheuen.

Prinz Harry hatte in einem Podcast in der vergangenen Woche berichtet, wie befreiend er den Umzug in die USA und seinen Ausstieg aus dem Königshaus empfunden habe – und darüber, wie unwohl er sich in seiner Rolle in der königlichen Familie gefühlt habe. Sein Leben in Großbritannien sei »wie eine Mischung aus ›Die Truman Show‹ und einem Zoo« gewesen.

Er habe befürchtet, dass seine schwangere Frau und sein Sohn genauso im Rampenlicht stehen und darunter leiden würden wie seine 1997 mit nur 36 Jahren bei einem Autounfall in Paris gestorbene Mutter, Prinzessin Diana. Sie war vor dem Unfall von Paparazzi verfolgt worden. »Ich will diesen Job nicht, ich will nicht hier sein, ich will das nicht machen«, sagte Harry. »Schauen Sie, was es meiner Mutter angetan hat.«

Fehlendes Mitgefühl für Prinz Charles?

Über seinen Vater sagte er: »Er hat mich so behandelt, wie er selbst behandelt wurde.« Eine Menge »Schmerz und Leiden« sei so weitergegeben worden. Harry wolle bei der Erziehung seiner Kinder diesen Kreislauf durchbrechen.

Der gescholtene Vater, Prinz Charles, soll von dieser Abrechnung seines Sohnes in der vergangenen Woche genauso wie die Palastmitarbeiter überrumpelt worden sein, wie die »Times«  unter Berufung auf Insider berichtete.

Die »Mail on Sunday« zitierte einen Freund des Thronfolgers mit den Worten: »Wenn man Harrys Logik folgt und die Royals wie normale Menschen behandelt, dann ist der Prinz ein Alleinerziehender, der seit Jahren sein Bestes gibt. Können Sie sich vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn diese Bemühungen so hart und öffentlich beurteilt werden?« Prinz Harry rede von Mitgefühl, doch wo sei das Mitgefühl für den eigenen Vater und die eigene Familie, die sich erst kürzlich von Prinz Philip verabschieden musste.

Trotz dieses neuerlichen Disputs will Queen Elizabeth II. der »Times« zufolge keinen Druck auf das Paar ausüben, auf ein Führen der Titel zu verzichten. Womöglich ist das langfristig auch gar nicht nötig. Prinz Harry sagte in dem Podcast nämlich auch, er kenne das Geschäft des Königshauses und setzte nach: »Ich möchte kein Teil davon sein.«

Zusammen mit seiner 39-jährigen Frau Meghan hatte er sich vor etwas mehr als einem Jahr von den royalen Pflichten verabschiedet – und den gemeinsamen Lebensmittelpunkt nach Kalifornien verlegt.

Nach dem Rückzug hatte das Königshaus dem Paar laut Prinz Harry den Geldhahn zugedreht. Weil seine Mutter ihm Geld hinterlassen habe, hätten sich die beiden den Ausstieg leisten können. Nun versuchen Harry und die frühere Schauspielerin Meghan unter anderem, medial durchzustarten.

apr
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