Britisches Königshaus Prinz Philip will ab Herbst keine offiziellen Auftritte mehr absolvieren

Prinz Philip wird sich in der Öffentlichkeit rar machen: Ab Herbst will er keine offiziellen Auftritte mehr absolvieren. Ganz aus dem öffentlichen Leben wird er aber wohl nicht verschwinden.


Am Mittwoch besuchte Prinz Philip einen Cricketklub und zeigte sich dort bestens gelaunt. Solche Auftritte soll es künftig weniger geben: Der Prinz hat sich laut einer Mitteilung des Königshauses entschieden, ab Herbst keine offiziellen öffentlichen Auftritte mehr zu absolvieren. Ganz aus der Öffentlichkeit wird der 95-Jährige aber nicht verschwinden. Von Zeit zu Zeit werde er gegebenenfalls immer noch öffentliche Veranstaltungen besuchen.

Konkret wird der Prinz ab August keine neuen Einladungen für Besuche und sonstige Auftritte annehmen. Bis dahin geplante Termine - allein und in Begleitung der Queen - werde er wie geplant wahrnehmen. Der Prinz ist Mitglied, Schirmherr oder Präsident von mehr als 780 Organisationen. Ihnen bleibe er weiterhin verbunden, hieß es.

Bei seinem Rückzug hat der Prinz der Mitteilung zufolge die Unterstützung von Königin Elizabeth II. Auch die Queen hat zwar in den vergangenen Monaten zahlreiche Ehrenämter an ihre Familie abgegeben, nimmt aber nach wie vor zahlreiche Termine wahr. Am Mittwoch hatte sie sich mit der britischen Premierministerin Theresa May im Palast getroffen. May hatte die Monarchin über die Auflösung des Parlaments unterrichtet - die Briten wählen am 8. Juni ein neues Unterhaus.

Vor der Verlautbarung aus dem Palast war bekannt geworden, dass Mitarbeiter der Königsfamilie zu einem Treffen zusammengerufen worden waren. Das hatte Spekulationen befeuert, ein Royal könnte ernsthaft erkrankt sein. Das wurde aber umgehend dementiert.

In der Vergangenheit litt Prinz Philip unter Herzproblemen, nahm aber trotzdem Termine wahr. Er wird am 10. Juni 96 Jahre alt.

Mit der Queen ist er seit dem 20. November 1947 verheiratet. Fünf Jahre nach der Trauung in der Westminster Abbey folgte Elizabeth ihrem verstorbenen Vater George VI. auf den Thron.

Für seine Frau verzichtete Prinz Philip auf eine Karriere bei der Royal Navy. Mit einer Königin verheiratet zu sein, bedeute für ihn vor allem, "ihr behilflich zu sein, so gut ich kann", sagte er einmal in einem Interview.

Er interpretierte seine Helferrolle manchmal eigenwillig und war dafür bekannt, sich gelegentlich einen Fauxpas zu leisten. Ausländer, Frauen, die Verwandtschaft - niemand blieb von seinem Spott verschont. Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßte er beispielsweise einmal mit "Herr Reichskanzler".

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Derlei Prinz Philips Aussetzer kratzten am Image des Königshauses, aber Philips Sinn für - manchmal auch politisch inkorrekten - Humor und Selbstironie machten ihn für viele auch sympathisch. Beim jüngsten Auftritt im Rugbyklub scherzte er etwa vor der Enthüllung einer Schrifttafel: "Sie werden jetzt den erfahrensten Tafel-Enthüller der Welt sehen."

ulz



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