"Prinz von Bel Air"-Star "Der Carlton-Dance sollte nie lustig sein"

Der Carlton-Dance aus der Serie "Der Prinz von Bel Air" ist ein Kultrelikt aus den Neunzigern. 25 Jahre später erklärt Schauspieler Alfonso Ribeiro nun, wer ihn zu dem Tänzchen inspirierte.

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Außer den Mambo-Schritten aus "Dirty Dancing" ist er wohl einer der einprägsamsten Tänze der Neunziger: der Carlton-Dance. Wildes Fingerschnipsen plus hektisches Hüftgewackel und Kopfnicken - die Einlagen von Schauspieler Alfonso Ribeiro alias Carlton Banks in der Serie "Der Prinz von Bel Air" wurden schneller Kult, als man "Chachacha" sagen kann. (Eine der bekanntesten Szenen können Sie hier auf YouTube anschauen.)

In der Serie mit Will Smith in der Hauptrolle geht es um einen Teenager (Smith) aus dem rauen Westen Philadelphias, der bei seiner reichen Tante im noblen Bel Air in Los Angeles einzieht. Die Geschichte, die grob an die Biografie von Smith angelegt wurde, ging mehr als auf. Von 1990 bis 1996 lief die Sitcom bei NBC, Smith, sein Haarschnitt, der Carlton-Dance wurden zu essenziellen Teilen der amerikanischen Popkultur.

Im Zentrum der Geschichte standen die Rivalitäten zwischen Smith und seinem Serien-Cousin, zwei Teenagern, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten. Auf der einen Seite Will, das coole, Hip-Hop hörende Kid von der Straße. Auf der anderen Seite Carlton, der mit Poloshirt und Khaki auch als Staubsaugervertreter hätte arbeiten können.

Ausnahmsweise ohne Poloshirt: Ribeiro (r.) mit Smith (M.)
ddp images/ United Archives

Ausnahmsweise ohne Poloshirt: Ribeiro (r.) mit Smith (M.)

Der Charme des Carlton-Dance entfaltete sich denn auch aus diesem Gegensatz. Der spießige Cousin stand nicht auf Rap, sondern auf weißen Pop von Tom Jones und Barry Manilow. Seine Verehrung für Tom Jones und dessen Song "It's not unusual" wurde zu solch einem Running Gag, dass der Sänger später einen Gastauftritt bekam.

Auch 25 Jahre später ist Ribeiro für den Carlton-Dance bekannt, gewann mit einer Showeinlage zu Tom Jones das Finale der US-Sendung "Dancing With The Stars". Nun gab der 43-Jährige bekannt, wie er zu den Moves kam: nämlich durch Zufall.

"Der Carlton-Dance sollte nie lustig sein", sagte Ribeiro dem Branchenmagazin "Variety". Im Drehbuch habe einfach die Regieanweisung gestanden: "Carlton tanzt." Er habe zu dem Zeitpunkt nicht einmal gewusst, wer Tom Jones sei. Die Schrittfolge sei an das Video von Bruce Springsteen, "Dancing in the Dark", angelehnt gewesen, sagt Ribeiro. Darin tanzt "Friends"-Star Courtney Cox. Auch Eddie Murphy habe ihn inspiriert, der sich gerne mal darüber lustig machte, wie weiße Leute tanzen.

"Ich habe einen Typen gespielt, der mir so fremd wie nur irgend möglich war", so Ribeiro. Man habe ihm vorher die Popplatten vorspielen müssen. Tatsächlich stand Ribeiro Smith wohl näher als gedacht: "Ich bin in der Bronx aufgewachsen, ich war ein Hip-Hop-Kid."

gam



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