Prinz William über verstorbenen Prinz Philip »Ich werde meinen Großvater vermissen«

Prinz William fühlt sich seinem verstorbenen Großvater verpflichtet – und hat der Queen seine Unterstützung zugesichert. Sein Bruder Harry lobt Prinz Philips legendären Witz.
Prinz William, Queen Elizabeth II., Prinz Philip auf dem Balkon des Buckingham-Palastes (2015)

Prinz William, Queen Elizabeth II., Prinz Philip auf dem Balkon des Buckingham-Palastes (2015)

Foto: Peter Nicholls / REUTERS

Prinz William hat seinen am Freitag gestorbenen Großvater Prinz Philip als »außergewöhnlichen Menschen« gewürdigt und der Queen seine Unterstützung zugesichert. »Ich werde meinen Großvater vermissen«, schrieb der Herzog von Cambridge, 38, in einem auf Twitter veröffentlichten Statement. »Aber ich weiß, dass er wollen würde, dass wir weitermachen mit der Arbeit.«

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Seine Ehefrau, Herzogin Kate, und er würden Königin Elizabeth II. weiterhin unterstützen in den kommenden Jahren. Er sei dankbar, den im Alter von 99 Jahren gestorbenen Herzog von Edinburgh bis ins Erwachsenenalter an seiner Seite gehabt zu haben, schrieb William weiter, »in guten wie in schlechten Tagen«.

Prinz Philip sei Teil einer »außergewöhnlichen Generation« gewesen. »Das Jahrhundertleben meines Großvaters war geprägt vom Dienst – an seinem Land und dem Commonwealth, an seiner Frau und der Queen und an unserer Familie.«

Auch die Erfahrungen, die seine Kinder mit ihrem Urgroßvater hätten erleben dürfen, werde er niemals für selbstverständlich halten. Neben dem Statement veröffentlichten Kate und William ein Foto ihres Sohnes George, 7, mit Prinz Philip auf einer Kutsche.

Prinz Harry lobt Witz und Verstand seines Großvaters

Williams Bruder Harry war am Sonntag aus Los Angeles in London eingetroffen. Auch er erinnerte in einer Erklärung  an seinen Großvater, lobte dessen Pflichtbewusstsein, aber auch den legendären und sehr speziellen Sinn für Humor.

»Er war ganz er selbst, mit einem wirklich scharfen Verstand, und er konnte mit seinem Charme jeden in einem Raum in seinen Bann ziehen – auch weil man nie wusste, was er wohl als Nächstes sagen würde«, schreibt Harry. Seine Frau Meghan, sein Sohn Archie und er selbst würden ihn immer in ihren Herzen tragen. »Für mich … war er mein Großvater: der Grillmeister, der legendäre Witzbold und frech bis zum Ende.«

Versöhnung auf Trauerfeier?

Prinz Harry soll am kommenden Samstag, dem 17. April, an der Trauerfeier in Windsor teilnehmen. Seine Frau, Herzogin Meghan, war nicht mit nach London gereist. Der Schwangeren sei von ihrem Arzt von der Reise abgeraten worden, hatte ein Sprecher des Palasts mitgeteilt.

Die ersten Tage wird Harry in Quarantäne im Frogmore Cottage verbringen, wo er vor seinem Auszug mit Meghan gewohnt hat. Die eigentlich vorgeschriebenen zehn Tage Isolation bleiben nicht mehr bis zur Trauerfeier. Allerdings es ist möglich, sich am fünften Tag mit einem negativen Test aus der Quarantäne zu verabschieden.

Harry und Meghan hatten sich vor etwas mehr als einem Jahr aus dem engeren Kreis der Königsfamilie zurückgezogen und ihren Lebensmittelpunkt mit ihrem ein Jahr alten Sohn Archie nach Kalifornien verlegt. Sie erwarten im Sommer ihr zweites Kind, ein Mädchen.

Ehemaliger Premierminister: Geteilte Trauer ist eine ideale Gelegenheit

Prinz Harry hatte sich mit seinem Bruder Prinz William und seinem Vater Prinz Charles, 72, überworfen. Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe von Harry und Meghan wegen mangelnder Rücksichtnahme auf das Paar und sogar rassistischer Äußerungen innerhalb der Familie – Meghan hat teilweise afroamerikanische Wurzeln. Im viel beachteten Interview mit der US-Talkshowlegende Oprah Winfrey wurden die Vorwürfe öffentlich. Ob mit der Trauerfeier auch eine Versöhnung einhergehen wird, ist unklar.

Der ehemalige konservative britische Premierminister John Major äußerte gleichwohl die Hoffnung, dass Harry und William sich wieder vertragen. Die »geteilte Trauer derzeit über den Tod ihres Großvaters ist in meinen Augen die ideale Gelegenheit«, sagte Major am Sonntag der BBC.

Prinz Andrew: »Ich habe ihn als Vater geliebt«

Auch Prinz Andrew meldete sich – erstmals nach dem Epstein-Skandal – zu Wort. Der 61-Jährige hatte sich nach einem desaströsen BBC-Interview über seine umstrittene Beziehung zu dem Missbrauchstäter Jeffrey Epstein Ende 2019 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Sein Vater sei »der Großvater der Nation« gewesen, sagte Prinz Andrew am Sonntag in der Royal Chapel in Windsor über Prinz Philip. »Ich habe ihn als Vater geliebt. Er war so ruhig … er war immer jemand, zu dem man gehen konnte und er hat immer zugehört.« Er bedauere, dass Queen Elizabeth II, die 73 Jahre mit Prinz Philip verheiratet war, nun allein sei. Die Familie werde alles tun, um sie in dieser schweren Zeit aufzufangen.

Anmerkung: In einer ersten Version dieses Artikels wurde Prinz Philips Name im letzten Absatz mit dem seines Sohnes Prinz Andrew vertauscht. Wir haben den Fehler korrigiert.

ala/dpa
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