Prinz William kritisiert Weltraumtourismus »Die schlauesten Köpfe sollten sich darauf konzentrieren, diesen Planeten zu reparieren«

Prinz William sieht die von Jeff Bezos und Elon Musk betriebenen Expeditionen ins All skeptisch. Statt neuer Orte zum Leben solle man Lösungen für den Klimawandel finden.
Prinz William hält nicht viel von Weltraumtourismus

Prinz William hält nicht viel von Weltraumtourismus

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Ian Vogler / dpa

Prinz William hat »absolut kein Interesse« an einem Ausflug in den Weltraum. Das sagte der 39-Jährige in einem Interview mit der BBC. Es gebe »fundamentale Fragen« hinsichtlich des CO₂-Ausstoßes von Flügen in den Weltraum, fuhr der Royal fort. Wichtiger, als nach bewohnbaren Planeten im Weltall zu suchen, sei die Suche nach Lösungen für den Klimawandel, so Prinz William weiter.

Am Mittwoch hatte der inzwischen 90 Jahre alte kanadische Schauspieler William Shatner (»Captain Kirk«) als bislang ältester Mensch einen Ausflug ins All an Bord einer Raumfahrtkapsel von Amazon-Chef Jeff Bezos' Raumfahrtfirma Blue Origin unternommen. Der Schauspieler zeigte sich im Anschluss überwältigt: »Es war unbeschreiblich. … Jeder Mensch auf der Welt muss das machen, jeder muss es sehen.« Gemeinsam mit Shatner absolvierten der frühere Nasa-Ingenieur Chris Boshuizen, der Unternehmer Glen de Vries und die stellvertretende Chefin von Blue Origin, Audrey Powers, den Flug.

William lobt Vater Charles als Pionier der Umweltbewegung

»Die schlauesten Köpfe der Welt sollten sich darauf konzentrieren, diesen Planeten zu reparieren, statt zu versuchen, den nächsten Ort zu finden, an den man gehen kann, um dort zu leben«, sagte der Prinz in dem BBC-Gespräch.

William, der gemeinsam mit dem legendären BBC-Dokumentarfilmer David Attenborough einen Preis für die besten Ideen zum Klima- und Umweltschutz ausgelobt hat, wird neben anderen Royals auch bei der Uno-Klimakonferenz in Glasgow COP26 im November erwartet. Auch Queen Elizabeth II., Herzogin Kate und Williams Vater Prinz Charles und dessen Frau Herzogin Camilla haben sich angekündigt.

Thronfolger Charles war für sein Eintreten für Umwelt und Klima immer wieder belächelt worden. William, Nummer zwei der britischen Thronfolge, lobte ihn nun als Pionier der Umweltbewegung. Sein Vater habe »sehr früh viel über den Klimawandel gesprochen, bevor sonst jemand glaubte, dass es ein Thema ist«, so der Royal.

bam/dpa
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