William und Kate bereisen Pakistan In heikler Mission

Die Kinder blieben in London, das Programm ist streng geheim, Hunderte Polizisten bewachen die Gäste: William und Kate sind nach Pakistan geflogen - der Prinz wandelt dabei auf den Spuren seiner Eltern.

Ian Vogler/Daily Mirror/PA Wire/DPA

Während in Großbritannien kollektives Brexit-Chaos herrscht, wirken Auslandsreisen von Mitgliedern der Königsfamilie normalerweise wie Beruhigungsmittel auf die britische Öffentlichkeit. Ob das diesmal auch so ist, dürfte jedoch fraglich sein - denn Prinz William und Herzogin Kate befinden sich auf heikler Mission in Asien.

Das Paar hat eine fünftägige Pakistan-Reise angetreten, sie landeten am Montag in der Landeshauptstadt Islamabad. Die Stippvisite soll dazu beitragen, die Beziehungen zwischen Großbritannien und dem südasiatischen Staat zu verbessern, wie es in einer offiziellen Stellungnahme heißt.

Es handle sich angesichts Logistik und Sicherheit um die bislang aufwendigste Reise des Paares, teilte der Palast in London mit. Aus Sicherheitsgründen wird der Reiseplan weitgehend unter Verschluss gehalten, Einzelheiten sollen nur tageweise bekanntgegeben werden. Während des Besuchs sollen mehr als tausend Polizisten für die Sicherheit des Paares sorgen. Nicht dabei sind deren Kinder George, Charlotte und Louis.

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Kate und William in Pakistan: Royaler Geheimtrip ohne Kinder

Trotz der Geheimhaltung sind grobe Züge der Reise bekannt: Islamabad und die Metropole Lahore stehen ebenso auf dem Programm wie die Bergregionen im Norden und die kargen Grenzgebiete im Westen des Landes. Insgesamt sollen Kate und William mehr als tausend Kilometer zurücklegen. Zunächst sind zudem Gespräche mit Premierminister Imran Khan und Präsident Arif Alvi geplant, wie die pakistanischen Behörden mitteilten.

Auf ihren Reisen wollen die Royals "so viele Pakistaner treffen, wie möglich", hieß es in der Mitteilung des Palasts. Besonders interessieren sie sich demnach für die Frage, wie die Menschen mit der Klimakrise und mit der schwierigen Sicherheitslage umgehen - sowie für das Thema Bildung für Mädchen und junge Frauen.

Zu den ersten Stationen der beiden gehörte am Dienstag eine Mädchenschule in Islamabad. Dort setzten sie sich in den Mathematikunterricht und halfen einigen Schülerinnen bei der Lösung von Aufgaben.

"Ein netter Besuch"

"Es war ein netter Besuch", sagte die Leiterin einer unabhängigen Bildungsinitiative, Khadija Bakhtiar: "Beide wollten sich so normal wie möglich mit den Schülerinnen austauschen." Nach ihrem kurzen Aufenthalt in der Schule reiste das Paar zum Besuch einer Naturschutz-Einrichtung in die Himalaya-Ausläufer am Rand der pakistanischen Hauptstadt weiter.

Mit der Reise wandelt William auf den Spuren seiner Eltern: Zuletzt besuchte sein Vater Prinz Charles mit seiner Ehefrau Herzogin Camilla 2006 Pakistan. Auch seine Mutter, Prinzessin Diana, hatte das islamische Land für ihre wohltätige Arbeit mehrfach bereist - sie war zudem mit dem heutigen Premier Khan befreundet.

Der Besuch des royalen Paares kommt zu einer politisch angespannten Zeit: Anfang August hatte Indien dem auch von Pakistan beanspruchten Kaschmir die Autonomie entzogen und damit die Spannungen im Verhältnis zum Nachbarland schlagartig erhöht. Seitdem häufen sich Scharmützel in der Grenzregion der beiden Atommächte (hier erfahren Sie mehr über das Thema).

Pakistan und Großbritannien verbindet eine koloniale Vergangenheit. Das 1947 gegründete Land mit heute fast 200 Millionen Einwohnern ging aus der Kolonie Britisch-Indien hervor. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wanderten viele Pakistaner nach Großbritannien aus. Dort bilden sie heute die zweitgrößte ethnische Minderheit - nach den Einwanderern aus Indien.

mxw/AP/dpa/AFP

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