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31. Juli 2017, 18:13 Uhr

Kritik an geplanter Diana-Doku

"Das gehört nicht in die Öffentlichkeit"

Der britische TV-Sender Channel 4 will eine Diana-Doku ausstrahlen - mit noch nie gezeigten Aufnahmen. Freunde und Verwandte der toten Prinzessin wollen das verhindern.

Fast 20 Jahre nach dem Tod von Lady Diana will der britische Fernsehsender Channel 4 am kommenden Sonntag eine Dokumentation über die verunglückte Prinzessin zeigen. Freunde und Verwandte haben den Sender jedoch aufgefordert, den Film nicht auszustrahlen - das Material sei zu persönlich.

Die Dokumentation enthält Videoaufnahmen von Gesprächen, die Diana zusammen mit ihrem Stimmtrainer Peter Settelen in den Jahren 1992 und 1993 aufgezeichnet hatte. Darin äußerte sich die Prinzessin unter anderem über ihr Liebesleben mit Charles und dessen Affäre mit seiner späteren Frau Camilla Parker Bowles.

Am Wochenende hatte bereits Dianas Bruder Charles Spencer den britischen Sender aufgefordert, die Dokumentation nicht zu zeigen. Sie enthalte brisante Aussagen, die vor allem auf Harry und William verstörend wirken könnten, zitierten ihn britische Medien.

Nun hat sich auch eine frühere enge Freundin Dianas geäußert: "Es ist ein Verrat an ihrer Privatsphäre und der ihrer Familie", sagte Rosa Monckton dem "Guardian". "Das gehört nicht in die Öffentlichkeit."

Hochzeit mit Charles "schlimmster Tag ihres Lebens"

Britischen Medien zufolge bezeichnete Diana ihre Hochzeit mit Charles in den Gesprächen als den "schlimmsten Tag ihres Lebens". Vor der Trauung hätten sie und der Thronfolger sich nur 13-mal getroffen. Von den Royals habe sie keine Hilfe bei ihren Eheproblemen bekommen. Als sie die Königin um Rat fragte, habe diese nur geantwortet: "Ich weiß nicht, was du tun sollst." Auf Camilla angesprochen, habe Charles ihr gesagt: "Ich weigere mich, der einzige Prinz von Wales zu sein, der keine Geliebte hat."

Diana litt unter Bulimie und stürzte sich in Affären. 1996 wurde das Paar geschieden, am 31. August 1997 starb Diana bei einem Unfall in Paris mit 36 Jahren.

Laut "Guardian" waren die aufgezeichneten Gespräche 2001 bei einer Durchsuchung bei dem früheren Butler der Royals sichergestellt worden. Die Familie Spencer habe die Videokassetten beansprucht, allerdings seien diese 2004 zurück an Settelen gegangen. Auszüge der Gespräche waren im US-Fernsehen schon vor 13 Jahren veröffentlicht worden. Viele der Aussagen, die jetzt erstmals im britischen TV gezeigt werden sollen, sind somit schon bekannt. Die BBC hatte die Gespräche bereits zum 10. Todestag Dianas zeigen wollen, sich aber nach Protesten dagegen entschieden.

Der britische Sender Channel 4 will die Dokumentation "Diana: In her own words" ("Diana: In ihren eigenen Worten") aber trotzdem wie geplant am kommenden Sonntag ausstrahlen. Zu seiner Verteidigung verwies der Sender auf den "historischen" Charakter des Films.

kry/dpa/AFP

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