Privatsphäre Franziska van Almsick scheitert vor dem BGH

Paparazzi-Fotos zeigten sie am Strand und beim Bummeln: Jetzt ist Franziska van Almsick mit dem Versuch gescheitert, die Veröffentlichung von Bildern aus ihrem privaten Alltag grundsätzlich verbieten zu lassen. Der Bundesgerichtshof wies ihre Klage ab.

Karlsruhe - Prominente können Pressefotos aus ihrem Privatleben nicht vorbeugend gerichtlich verbieten lassen, entschieden die Richter. Van Almsick wollte mehreren Illustrierten nicht nur eine weitere Publikation von bereits veröffentlichten Urlaubsfotos untersagen lassen. Sie hatte auch den Antrag gestellt, dass künftige ähnliche Bilder, die sie in ihrem "privaten Alltag" zeigen, nicht publiziert werden dürften.

Den Anlass gaben heimlich geschossene Bilder, die die Ex-Profi-Schwimmerin mit ihrem Lebensgefährten Jürgen Harder vor zwei Jahren im Urlaub auf Sardinien unter anderem am Strand und beim Stadtbummel zeigen.

Die Frage eines solchen "vorbeugenden Unterlassungsanspruchs" war für den BGH rechtliches "Neuland", betonte die Vorsitzende Richterin des 6. Zivilsenats und lehnte solch ein "Vorratsverbot" als zu weit gehend ab. Das Urteil wurde mit dem Grundrecht der Pressefreiheit begründet. Da unbekannt sei, in welchem Kontext zukünftige Bilder veröffentlicht werden, könnten sie nicht für rechtswidrig erklärt werden. Vielmehr müsse in jedem Fall eine Abwägung zwischen der Pressefreiheit einerseits und dem Persönlichkeitsschutz andererseits vorgenommen werden.

Was die im Sommer 2005 veröffentlichten Fotos angeht, musste der BGH nicht mehr entscheiden, weil die Verlage bereits Unterlassungserklärungen abgegeben hatten.

jjc/ddp/AP/dpa

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.