"Hat er gerade nicht gesagt, oder?" ProSieben entschuldigt sich für Spruch zu George Floyd

Mitten in der Sendung "Schlag den Star" fiel ein Satz zum Tod des Afroamerikaners George Floyd, den Zuschauer bei Twitter als geschmacklos kritisierten. Der Sender entschuldigte sich.
Foto: ProSieben/ dpa

Nach einem stark kritisierten Spruch des Kommentators in der Show "Schlag den Star" zum Tod des Afroamerikaners George Floyd hat der Sender ProSieben Fehlverhalten eingeräumt. "Kurz angemerkt. Dieser Satz, über den sich Twitter zu Recht aufregt, war leider sehr unnötig. Wir entschuldigen uns. Aufrichtig. Ein solcher Satz passt nicht zur Haltung von ProSieben", hieß es von dem Sender am Samstagabend bei Twitter.

In der Show waren Sylvie Meis und Lilly Becker als Spielkandidatinnen eingeladen und gegeneinander angetreten. Bei einem der Wettkämpfe beschlug Becker das Visier ihres Helms, worauf sie "I can't see" rief. Zu Deutsch: Ich kann nichts sehen. Kommentator Ron Ringguth ließ dazu den Spruch los: "Nicht 'I can't breathe', sondern 'I can't see'." noch während der Sendung empörten sich Zuschauerinnen und Zuschauer bei Twitter über die Bemerkung.

"Hat er gerade nicht gesagt, oder? Geht's noch?", schrieb etwa eine Nutzerin. Ein anderer twitterte "Wie ignorant kann man mit der aktuellen Situation umgehen?" und kritisierte den "ekelhaften Witz" über George Floyd.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

"I can't breathe", übersetzt "Ich kann nicht atmen", war der Satz, den Floyd immer wieder mit zunehmender Verzweiflung gesagt hatte, als ihm ein weißer Polizist fast neun Minuten lang sein Knie in den Nacken drückte. Floyd starb bei dem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis. Weltweit protestieren seitdem Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Der Satz "I can't breathe" wird von den Demonstranten dabei immer wieder gerufen.

Kommentator Ringguth entschuldigte sich später in der Sendung live für seine Bemerkung. ProSieben schrieb dazu bei Twitter: "Es war ein Fehler. Es war ein absolut unnötiger Spruch. Und Ron hat sich entschuldigt, weil auch er eine andere Haltung hat. Und das ist gut so."

Lilly Becker hatte sich den Slogan der Protestbewegung "Black Lives Matter" , der sich etwa mit "Schwarze Leben zählen" übersetzen lässt, auf den Arm geschrieben. In der Show verlor die frühere Ehefrau von Ex-Tennisstar Boris Becker das Duell gegen Moderatorin und Model Sylvie Meis deutlich.

fok/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.