Gegen Abtreibungsverbot Pussy Riot gibt Protestkonzert in Alabama

Der US-Bundesstaat Alabama will Schwangerschaftsabbrüche verbieten. Nun mischt sich die russische Band Pussy Riot in die Debatte ein. Mit einem Konzert will sie Frauen unterstützen, die abtreiben wollen.

Mitglieder der Band Pussy Riot bei Proben in Moskau (Archiv)
DPA

Mitglieder der Band Pussy Riot bei Proben in Moskau (Archiv)


Vor wenigen Wochen hat der US-Bundesstaat Alabama ein neues Abtreibungsgesetz verabschiedet, es ist das härteste der USA - und höchst umstrittenen. Mit einem Konzert will die russische Band Pussy Riot in der kommenden Woche gegen das verschärfte Abtreibungsverbot protestieren.

Stattfinden soll das Konzert am 11. Juli in der Stadt Birmingham. Karten gibt es keine mehr. Die Veranstaltung war bereits nach kurzer Zeit ausverkauft. Die Einnahmen sollen der auf Familienplanung spezialisierten US-Organisation Planned Parenthood und dem Yellowhammer Fund zugute kommen, der Frauen unterstützt, die in einer der drei Kliniken des Bundesstaats abtreiben lassen wollen.

Alabama hatte die Gesetzesverschärfung im Mai verabschiedet. Sie macht Abtreibung zu einer Straftat, selbst wenn eine Frau durch eine Vergewaltigung oder Inzest schwanger wurde. Schwangerschaftsabbrüche sind demnach nur dann legal, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist oder der Fötus eine unheilbare Krankheit hat. Ärzten drohen zwischen zehn und 99 Jahren Haft. Das Abtreibungsgesetz soll erst im November in Kraft treten, dürfte aber ein Fall für den Obersten Gerichtshof werden.

"Ich finde es lächerlich, dass es 2019 immer noch eine Frage ist, ob Frauen eine Abtreibung haben dürfen", sagte Pussy-Riot-Mitgründern Nadja Tolokonnikowa Tage vor dem geplanten Auftritt. "Wir wollen nach Alabama kommen und Frauen unterstützten, die in einer ziemlich schwierigen und angreifbaren Lage sind", sagte sie. "Viele Amerikaner glauben, dass Russland ein patriarchalisches Land ist - das stimmt in vielerlei Hinsicht, aber das Abtreibungsrecht steht nicht in Frage."

Die Sowjetunion war 1920 das erste Land der Welt, in dem Abtreibung legalisiert wurde. Lediglich unter Joesph Stalin war sie ab 1936 zwei Jahrzehnte lang verboten.

Pussy Riot ist ein Kollektiv, das für seine offene Kritik an Russlands Staatschef Wladimir Putin bekannt ist. Die Gruppe hat in der Vergangenheit mit verschiedenen politischen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Mehrere Pussy-Riot-Mitglieder, darunter Tolokonnikowa, wurden bereits wegen ihrer Proteste zu Haftstrafen verurteilt.

asc/AFP

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