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03. Mai 2010, 18:18 Uhr

Putin und die wilden Tiere

Kuss für eine Leopardendame

Wladimir Putin liebt es: Der russische Regierungschef lässt sich gern mit wilden Tieren fotografieren. Nun hat er erneut eine Gelegenheit genutzt, sich als furchtloses Mannsbild zu inszenieren - mit einer fauchenden Raubkatze.

Moskau - Erst Eisbär, jetzt Leopard: Russlands Regierungschef Wladimir Putin hat mal wieder medienwirksamen Kontakt zu einem Raubtier gesucht - ein von Iran an Russland überreichter Leopard wurde von Putin höchstpersönlich in sein Gehege überführt, wie Fernsehbilder am Montag zeigten.

Erst vergangene Woche hatten Russlands Fernsehzuschauer mitansehen dürfen, wie Putin einem Eisbären ein Halsband mit Peilsender anlegte. Diesmal kam er mit Sonnenbrille im eigenen Niva-Jeep zu einem Naturpark unweit der Stadt Sotschi am Schwarzen Meer, wo 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden.

"Hab' keine Angst, lauf' los", sagte Putin dem Tier, das nach kurzem Zögern aus dem Käfig kam und sein neues Zuhause mit einem furchterregenden Fauchen begrüßte.

Putin beobachtete das Leopardenweibchen eine Weile, warf ihm dann einen Kuss zu und verließ das Gehege. Der starke Mann Russlands hat im Verlauf des vergangenen Jahres zahlreiche spektakuläre Auftritte hingelegt, bei denen er sich der Natur und wilden Tieren stellte. Experten vermuten, er wolle sich den Bürgern mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen 2012 in Erinnerung bringen.

Der Leopard ist eines von zwei Weibchen, die Iran im Austausch gegen zwei Sibirische Tiger an Russland überreichte. Die Russen hoffen, dass die Weibchen mit zwei Männchen aus Turkmenistan Junge haben und die im Nordkaukasus ausgestorbene Leopardenpopulation wiederbeleben können.

Iran ist eines der letzten Gebiete, in denen die Persischen Leoparden noch vorkommen, in Armenien, Georgien und Turkmenistan soll es auch kleinere Populationen geben. Die russische Führung will mit der Wiedereinführung auch ihre Entschlossenheit demonstrieren, die Natur im Gebiet um Sotschi zu schützen. Die Olympia-Vorbereitungen werden von Umweltschützern scharf kritisiert.

wit/AFP

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