Buckingham Palace vor Renovierung Britische Regierung verdoppelt Zuschuss für die Queen

Ganz schön teuer, so ein königliches Leben: Die Royals haben zuletzt rund 43 Millionen Pfund aus der Staatskasse erhalten. Nun soll der jährliche Zuschuss drastisch wachsen - der Sitz der Queen muss saniert werden.

Elizabeth II. und Prinz Philip
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Elizabeth II. und Prinz Philip


Die britische Regierung hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 42,8 Millionen Pfund für den Unterhalt der Monarchie gezahlt, umgerechnet sind das knapp 48,7 Millionen Euro.

Aus den jetzt veröffentlichen Zahlen geht laut Medienberichten auch hervor, dass diese Kosten künftig deutlich steigen werden. Wie der "Guardian" und die Nachrichtenagentur Reuters berichten, soll der "Sovereign Grant" zur Finanzierung der Verpflichtungen und des Lebensunterhalts der Familie für das kommende Jahr nahezu verdoppelt werden.

Reuters zufolge erhält der Buckingham Palace 76,1 Millionen Pfund bis Mitte 2018, der "Guardian" berichtet von mehr als 82 Millionen Pfund. Die deutliche Anhebung des Zuschusses hängt mit notwendigen Renovierungsarbeiten am Buckingham Palace zusammen, dem offiziellen Sitz der Queen. Insgesamt sind für die Arbeiten an und in dem Gebäude binnen zehn Jahren 369 Millionen Pfund eingeplant. Erneuert werden müssen unter anderem Wasserleitungen, Stromkabel und das Heizungssystem.

"Exzellenter Gegenwert"

Der königliche Schatzmeister Alan Reid, bekannt unter dem Titel "Keeper of the Privy Purse", sagte, die Monarchie koste jeden Briten 65 Cent im Jahr. "Wenn man berücksichtigt, was die Queen für ihr Land tut und wie sie es repräsentiert, entspricht das aus meiner Sicht einem exzellenten Gegenwert für Geld", sagte Reis.

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Die königliche Familie, deren Hauptrepräsentanten die Queen und ihr Ehemann Prinz Philipp sind, hat demnach im vergangenen Jahr mehr als 3000 offizielle Termine wahrgenommen. Die 91-jährige Königin nahm an 162 Veranstaltungen persönlich teil, der zuletzt gesundheitlich angeschlagene und fünf Jahre ältere Prinz sogar 196.

Kritiker weisen seit Jahren darauf hin, dass die tatsächlichen Kosten deutlich höher lägen. Die Ausgaben liegen demnach um Hunderte Millionen Pfund höher, da Sicherheitsvorkehrungen nicht dem offiziellen Haushalt des Königshauses zugerechnet würden.

Eine Neuerung im Sicherheitskonzept für die Queen und ihre Angehörigen gibt es erst seit dieser Woche: Zum ersten Mal steht eine Frau an der Spitze der königlichen Leibwache. Die kanadische Soldatin Megan Couto führte am Montag die tägliche Zeremonie "Changing the Guard" vor dem Buckingham Palace in London an. Das britische Heer lässt erst seit dem vergangenen Jahr Frauen in Kampftruppen zu - dazu zählt auch die Leibwache von Queen Elizabeth.

mxw/Reuters



insgesamt 36 Beiträge
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fatherted98 27.06.2017
1. tja...
...wer Königs will muss Königs zahlen. Die Leute aus dem Grenville Tower werden wohl keine oder nur eine geringe Entschädigung bekommen...wenn sie Pech haben landen sie in der Obdachlosigkeit (was in England sehr weit verbreitet ist) oder in Behelfsunterkünften in die man keinen Hund einsperren würde. May und Co. sind ja nicht gerade für ihre spendable Haltunge gegenüber der "unteren Klassen" bekannt. Für Königs ist da natürlich immer noch ein Extra drin....selbst Schuld...die Franzosen waren da konsequenter.
keery 27.06.2017
2.
Gibt es das Geld nicht im Gegenzug dafür, dass die Profite des Crown Estate, mehrere hundert millionen Pfund pro Jahr, zuvor dem Staat überlassen wurden...?
ex rostocker 27.06.2017
3. billige Repräsentation !
Das scheint mir eher wenig, was die britische Monarchie kostet. Der Buckingham-Palast müsste sowieso renoviert werden, egal ob in einer Monarchie oder in einer Republik. Diese Baukosten können damit der Monarchie nicht angerechnet werden. Zum Vergleich : Der Haushalt des Bundespräsidenten beläuft sich auf weit über 100 Millionen Euro, denn außer dem Schloss Bellevue, der Villa Hammerschmidt und der Residenz gehört noch das Bundespräsidialamt dazu mit mehreren Hundert gut eingestuften Beamten. Deutschland treibt mehr Aufwand für die Repräsentation - bei weit geringerem Ergebnis. In diesem Punkt bin ich wirklich neidisch auf die britische Monarchie !
rizzorat 27.06.2017
4. Allein Touristisch
bekommt die Londoner Wirtschaft einen gut erhaltenen sanierten Buckimham Palace doch locker wieder rein. Und wer sich als deutscher beschwert und über die Briten Lustig macht der möcht mal google bemühen, was der dt- Staat für die Kirche so ausgibt.....
erst nachdenken 27.06.2017
5.
Normalerweise kosten die 42 Mio Pfund im Jahr? Da hätte ich jetzt mehr erwartet. Das kostet ja schon fast der G20 in Hamburg.
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