70. Thronjubiläum Die Queen winkt vom Balkon – und Tierschützer stören die Party

Prinz Charles nimmt »Trooping the Colour« zu Ehren seiner Mutter ab. Die Queen feiert mit ihren Urenkeln im Palast. Und es gab einen Zwischenfall bei der Parade: So lief der Auftakt der Jubiläums-Feierlichkeiten in London.
Die Queen winkt: Der kleine Prinz Louis scheint weniger begeistert zu sein

Die Queen winkt: Der kleine Prinz Louis scheint weniger begeistert zu sein

Foto: Chris Jackson / Getty Images

Zehntausende Menschen feiern auf der Straße, Störer werden festgenommen, und die Queen winkt vom Balkon: Mit der Parade »Trooping the Colour« haben in London die offiziellen Feierlichkeiten zum 70. Thronjubiläum von Königin Elizabeth II. begonnen. Thronfolger Prinz Charles nahm in Vertretung seiner Mutter die Militärschau auf dem Gelände Horse Guards Parade ab. An seiner Seite waren sein Sohn Prinz William und seine Schwester Prinzessin Anne.

Die Königin, die sich wegen gesundheitlicher Probleme zurückhielt, zeigte sich aber in einem taubenblauen Mantel auf dem Balkon des Buckingham-Palastes. Dort nahm sie den Gruß der Militärparade entgegen. Neben ihr salutierte ihr Cousin Herzog Edward von Kent in roter Galauniform.

Die Queen mit Cousin Edward: Empfang der Guards

Die Queen mit Cousin Edward: Empfang der Guards

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HANNAH MCKAY / REUTERS

Schon am Morgen hatte sich Elizabeth II. mit einem Dankeschön gemeldet. Sie bedanke sich bei allen, die an der Feier des Platinjubiläums beteiligt sind, so Elizabeth II. in einer Erklärung. Sie hoffe, »dass die kommenden Tage eine Gelegenheit bieten werden, über all das nachzudenken, was in den vergangenen 70 Jahren erreicht wurde, während wir mit Zuversicht und Enthusiasmus in die Zukunft blicken«.

Bei Sonnenschein marschierten dann mehr als 1200 Offiziere und Soldaten in roten Galauniformen und den berühmten Bärenfellmützen auf, Hunderte Militärmusiker spielten zu Ehren der Monarchin. Die 96-Jährige verfolgte das Spektakel im nahe gelegenen Palast.

Auch das Maskottchen war dabei

»Trooping the Colour« findet seit 1748 als Geburtstagsparade für das Staatsoberhaupt statt. Dabei marschiert zu Ehren der Monarchin die sogenannte Household Division auf, die königliche Leibgarde. Jedes Jahr werden die Farben – die »Colours« – eines der Regimenter paradiert, daher der Name.

In diesem Jahr stand das erste Bataillon der Irish Guards im Mittelpunkt. Erst vor Kurzem hatte Prinz William als royaler Schirmherr (Colonel of the Regiment) der Einheit eine neue Flagge übergeben. Maskottchen der 1900 gegründeten Irish Guards ist ein Irischer Wolfshund, der ebenfalls an der Parade teilnahm.

Kapelle der Welsh Guards: Musik für die Queen

Kapelle der Welsh Guards: Musik für die Queen

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Jeff J Mitchell / Getty Images

Mitglieder der Royals legten die kurze Strecke vom Stadtschloss in Kutschen zurück, darunter die Ehefrauen von Charles und William, Herzogin Camilla und Herzogin Kate. Auch Williams jüngerer Bruder Prinz Harry und dessen Ehefrau Herzogin Meghan waren eingeladen. Weil Harry und Meghan aber wie der in einen Missbrauchsskandal verwickelte Prinz Andrew nicht mehr offiziell für den Palast auftreten, waren sie nicht auf dem Balkon zu sehen, als die Luftwaffe die Queen ehrte. Später wurde bekannt, dass der umstrittene Herzog von York positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Mit einem Formationsflug über dem Buckingham-Palast gratulierte die britische Luftwaffe der Queen zu ihrem Thronjubiläum. Die Königin beobachtete den »Flypast« vom Palast aus, mit engen Familienmitgliedern wie ihren Söhnen Prinz Charles, Prinz Edward sowie Enkel Prinz William und ihren Urenkeln Prinz George, Prinz Louis und Urenkelin Prinzessin Charlotte. Vor dem Palast versammelten sich Tausende Menschen.

Animal Rebellion stört die Party

Mehr als 70 Hubschrauber und Flugzeuge der Royal Air Force, darunter Apache-Helikopter und Kampfjets vom Typ Typhoon flogen insgesamt sechs Minuten am Himmel über London. Auch Maschinen, die an Einsätzen im Ausland beteiligt waren, waren dabei, wie das Verteidigungsministerium mitteilt. Am Formationsflug waren gut dreimal so viele Flugzeuge und Hubschrauber beteiligt als am »Flypast« bei der bisher letzten Geburtstagsparade für die Queen 2019. Der Großflughafen Heathrow im Westen der britischen Hauptstadt wurde vorübergehend geschlossen, um den Luftraum nicht zu überlasten und für Sicherheit zu sorgen.

Kurz vor der Militärparade hatte es einen Zwischenfall gegeben. Mindestens vier Menschen wollten »Trooping the Colour« offenbar stören. Auf Twitter reklamierte die Tierschutzorganisation Animal Rebellion die Aktion für sich . Drei Männer waren auf den Prachtboulevard The Mall gerannt und hatten sich vor einer Militärkapelle auf den Boden geworfen. Ein weiterer Mann lief einige Meter vor den Soldaten und hielt einen Zettel mit der Aufschrift »Reclaim Royal Land« (»Holt königliche Ländereien zurück«) hoch. Animal Rebellion tritt gewaltfrei für einen Übergang zu pflanzenbasierten Nahrungsmitteln ein und wendet sich gegen die Milchindustrie. Polizisten zerrten die Störer weg, von denen einer eine nachgemachte Krone trug. Die Männer wurden festgenommen.

Die Queen erhielt derweil auch Glückwünsche aus dem Ausland. Papst Franziskus schrieb der Queen, er sichere ihr seine Gebete zu, »dass der allmächtige Gott Ihnen, den Mitgliedern der königlichen Familie und allen Menschen der Nation den Segen der Einheit, des Wohlstandes und des Friedens schenken möge«. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron verband seinen Glückwunsch an die Queen mit einem Dank für ihre Verdienste um die Freundschaft ihrer beiden Länder: »Sie sind der goldene Faden, der unsere beiden Länder verbindet, der Beweis der unerschütterlichen Freundschaft zwischen unseren Nationen«, so Macron in seinem Glückwunschschreiben. Auch US-Präsident Joe Biden gratulierte. »Seit 70 Jahren inspirieren Sie die Menschen mit Ihrer selbstlosen Hingabe und Ihrem Dienst für das Volk in Großbritannien und im Commonwealth«, sagte Biden in einer gemeinsamen Videobotschaft mit seiner Ehefrau Jill.

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Die Feierlichkeiten zum Thronjubiläum dauern das ganze Wochenende an. Am Freitag etwa ist ein Gottesdienst geplant.

ptz/dpa/AFP/Reuters
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