Queen zu jung für Seniorenpreis »Man ist so alt, wie man sich fühlt«

Mehr Goldie als Oldie: Queen Elizabeth II. hat die Seniorenauszeichnung einer Zeitschrift abgelehnt. Die 95-Jährige fühlt sich dafür offenbar nicht alt genug.
Queen Elizabeth II. vergangene Woche in Wales: Kriterien für Oldie-Auszeichnung »nicht erfüllt«

Queen Elizabeth II. vergangene Woche in Wales: Kriterien für Oldie-Auszeichnung »nicht erfüllt«

Foto: Chris Jackson / Getty Images

Manche Menschen genießen die kleinen Freuden des Alterns: den Seniorenteller im Restaurant genauso wie mal Ausschlafen am Morgen. Manche Menschen lassen sich sogar dafür auszeichnen – als »Oldie of the Year« beispielsweise.

Dieser Preis der britischen Seniorenzeitschrift »The Oldie« genießt im Vereinigten Königreich ein gewisses Renommee. Der frühere Premierminister John Major hat ihn, auch Nobelpreisträger nahmen ihn bereits entgegen – und auch der im April im Alter von 99 Jahren gestorbene Prinz Philip, Herzog von Edinburgh .

Doch anders als ihr Ehemann hält Queen Elizabeth II. (noch) nichts von der Auszeichnung. Denn auch wenn sie nur fünf Jahre jünger ist als ihr verstorbener Gatte, fühlt sie sich dafür offenbar noch zu jung.

»Ihre Majestät glaubt, man ist so alt, wie man sich fühlt«, schrieb der Privatsekretär der 95-Jährigen, Tom Laing-Baker, in einer schriftlichen Absage an das Magazin, die in der Novemberausgabe veröffentlicht wurde. »Daher ist die Queen der Meinung, dass sie nicht die relevanten Kriterien erfüllt, um die Auszeichnung zu akzeptieren, und hofft, dass sich ein geeigneterer Kandidat findet.«

Sorge um Bilder mit Gehstock

Zu den neben dem Alter relevanten Kriterien zählt, dass die Senioren in besonderer Weise zum Allgemeinwohl beigetragen haben. Anstelle der Queen erhält nun die 90-jährige US-französische Schauspielerin Leslie Caron die nicht ganz ernst gemeinte Auszeichnung.

Die Queen derweil gibt sich sichtlich Mühe, auch im, nun ja, bereits fortgeschrittenen Seniorenalter und nach dem Tod von Prinz Philip weiter einen guten Job zu machen. In letzter Zeit absolvierte sie etwa wieder eine Reihe öffentlicher Auftritte.

Dass sich die Monarchin kürzlich bei öffentlichen Terminen mit einem Gehstock zeigte, löste in Großbritannien jedoch auch prompt Sorgen über ihre Fitness aus. Von derlei Gerüchten unbeeindruckt, begrüßte sie am Dienstag unter anderem den Botschafter der EU, João de Almeida, zur privaten Audienz. Ihr Terminkalender ist weiterhin gut gefüllt.

Vielleicht liegt die Absage der Queen aber auch im schwarzen Humor Prinz Philips begründet. Als er im Jahr 2011 als »Oldie des Jahres« ausgezeichnet worden war, schrieb er in seinem Dankesbrief: »Es gibt nichts Besseres für die Moral, als daran erinnert zu werden, dass die Jahre immer schneller vergehen und dass Teile des alten Rahmens abzufallen beginnen.«

Prinz Philip fügte damals hinzu: »Aber es ist schön, dass man sich überhaupt an mich erinnert.«

Die Queen, so scheint es, möchte lieber mit anderen Dingen im Gedächtnis bleiben.

apr/AFP/dpa
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