Quentin Tarantino und Margot Robbie Über die "Magie Hollywoods"

Quentin Tarantino hat Schauspielerin Margot Robbie für das Modemagazin "Vogue" über ihr Leben ausgefragt. Heraus kam dabei ein Gespräch über Dialekt-Trainer, Bewunderungsbriefe und die Magie Hollywoods.

Jean-Paul Pelissier/ REUTERS

Für die September-Ausgabe der australischen "Vogue" hat Regisseur Quentin Tarantino seine Kollegin Margot Robbie interviewt. Die gebürtige Australierin erzählt, weshalb sie zu Beginn ihrer Karriere einen Dialekt-Trainer hatte, wie sie an ihre erste Hollywoodrolle kam und warum sie viele Jahre gezögert hat, bevor sie einen Brief an Tarantino schrieb.

Margot Robbie ist durch ihre Rollen in Filmen wie "The Wolf of Wall Street", "Suicide Squad" und "I, Tonya" bekannt geworden. In "Once Upon a Time in Hollywood" spielt sie an der Seite von Leonardo DiCaprio und Brad Pitt die Schauspielerin Sharon Tate. Die hochschwangere Tate war im Jahr 1969 von der Manson-Family in Los Angeles getötet worden. Die Massenmorde der Manson-Family sorgten aufgrund der Brutalität und der Prominenz der Opfer weltweit für Schlagzeilen. (Lesen Sie hier einen Artikel über "Den Film nach #MeToo".)

Robbies Schauspielkarriere begann bei der australischen Seifenoper "Neighbours". Drei Jahre lang spielte sie die Rolle der Donna Freedman. "Ich habe bei 'Neighbours' angefangen, und ich dachte, das wäre das Größte, was mir überhaupt passieren würde", erinnert sich die 29-Jährige. Nach wenigen Monaten habe sie mitbekommen, wie einige ihrer Kollegen nach Los Angeles gezogen seien.

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Die Magie Hollywoods: Margot Robbie ist ein lebendes Beispiel

Sie habe drei Szenarien für ihre Zukunft gesehen: Sie wird gefeuert, weil sie zu schlecht ist; sie bleibt für 20 Jahre bei "Neighbours"; oder sie versucht ihr Glück in Hollywood. "Sechs Monate nach meinem Beginn bei 'Neighbours' fing ich an, Geld zu sparen und amerikanischen Dialekt zu lernen", sagt Robbie.

Robbies Akzent sei, wie sie erzählt, so australisch gewesen, dass die Produzenten von "Neighbours" einen Dialekt-Trainer für sie engagierten. Er sollte ihr beibringen, weniger australisch zu klingen.

Ihr Manager Aran Michael half Robbie bei ihrem Sprung nach Amerika. Als 18-Jährige sprach Robbie das erste Mal für eine Filmrolle in einer amerikanischen Produktion vor. Die Rolle bekam sie nicht, dafür wurde ihr eine Hauptrolle in der Fernsehserie "Pan Am" angeboten. Sie zog aus Melbourne nach New York. "Bevor ich es realisiert habe, hatten wir schon den Piloten für 'Pan Am' gedreht, und am Times Square hing ein Poster", sagt Robbie.

Tarantino entgegnet daraufhin: "So ist diese Stadt. Manche Leute brauchen zwölf Jahre, bis sich etwas tut, manche brauchen nur sechs Monate. Oder manchmal haben die Leute sechs Monate, brauchen danach aber zwölf Jahre bis es wieder weitergeht." Das sei die "Magie Hollywoods", stimmt Robbie zu. Alles könne sich von jetzt auf gleich verändern.

Warum Robbie einen Brief an Tarantino schrieb

In dem "Vogue"-Interview sagt Tarantino dann: "Ich muss überlegen, wie ich das jetzt richtig sage, damit es nicht klingt, als würde ich nach Komplimenten fischen." Er habe lange hin- und herüberlegt, wer die Rollen von Cliff und Rick übernehmen könne. Schlussendlich fiel die Wahl auf Leonardo DiCaprio und Brad Pitt. Aber bei Sharon Tate sei es anders gewesen, sagt Tarantino. "Für mich gab es keine Nummer zwei - du warst es", sagt er zu Robbie. (Lesen Sie hier, bei welchen Filmen und Serien sich Tarantino für seinen neuen Film bediente.)

Zwei Wochen nachdem er das Skript fertig geschrieben habe, habe Tarantino einen Brief von Robbie bekommen. "Ich dachte mir nur: Was?! In der einen Minute habe ich noch an dich gedacht, und jetzt bekomme ich diesen Brief." Robbie habe in dem Brief geschrieben, dass ihre Familienmitglieder und sie große Fans von Tarantino seien, und falls er sie für irgendeine Rolle haben wolle, solle er ihr nur Bescheid sagen. "Ich konnte nicht glauben, was für ein Zufall das war", sagt Tarantino.

Die Schauspielerin und der Regisseur überhäufen sich in dem Interview gegenseitig mit Komplimenten und versichern einander, wie wahnsinnig gern sie mit dem jeweils anderen gearbeitet haben.

cmb



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