US-Sänger R. Kelly soll mutmaßlichem Missbrauchsopfer Drohbrief geschickt haben

Faith Rodgers wirft R. Kelly vor, sie missbraucht zu haben. Deshalb wolle er sie einschüchtern: Er soll ihr gedroht haben, intime Details zu veröffentlichen, wenn sie die Klage gegen ihn nicht fallen lasse.

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US-Sänger R. Kelly soll versucht haben, eines seiner mutmaßlichen Missbrauchsopfer einzuschüchtern, um es zum Schweigen zu bringen. Das sagte die Anwältin Gloria Allred in New York. Sie vertritt mehrere Frauen, die Kelly sexuellen oder andere Formen von Missbrauch vorwerfen.

Eine von ihnen ist Faith Rodgers, die den Musiker im Alter von 19 Jahren kennenlernte. Allred zufolge drohte Kelly im Fall einer Klage, Details aus dem Sexleben der 21-Jährigen öffentlich zu machen. "Wenn Frau Rodgers sich wirklich um ihren eigenen Ruf kümmert, sollte sie ihre Teilnahme an und Zusammenarbeit mit den Organisatoren dieser negativen Kampagne einstellen", hieß es dem "Guardian" zufolge in einem Brief an einen ihrer Anwälte.

Mit der Doku-Serie "Surviving R. Kelly" haben teils seit Jahrzehnten bekannte Vorwürfe gegen den Sänger an Schlagkraft gewonnen. Kelly hat sie abgestritten. Sein Anwalt Steven Greenberg bestritt die Authentizität des Schreibens. "Es wurde offensichtlich nicht von Herrn Kelly verfasst oder unterzeichnet oder in seinem Namen geschickt", zitiert der "Guardian" den Juristen.

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USA: Der Fall R. Kelly

"Es scheint, als schaue Herr Kelly sich die Spielzüge von Donald Trump ab, der denjenigen Frauen mit Klagen drohte, die im Wahlkampf über sein Verhalten ihnen gegenüber gesprochen hatten", sagte Allred. Diese "widerliche Taktik" werde nicht funktionieren. "Er kann und wird seine mutmaßlichen Opfer nicht einschüchtern."

Zusätzlich zu ihrer Zivilklage in New York soll Rodgers auch von der Polizei befragt werden. Rodgers Mutter rief mutmaßliche Opfer Kellys auf, sich zu melden. "Ihr seid nicht allein und eure Stimme zählt. Zusammen sind wir stärker."

bbr/dpa

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