Interview mit R&B-Sänger R. Kelly verteidigt sich gegen Missbrauchsvorwürfe

In einem ersten Interview seit der Anklage wegen sexuellen Missbrauchs hat R. Kelly sämtliche Vorwürfe von sich gewiesen. "Das bin nicht ich", sagte er dem Sender CBS.

REUTERS

Der wegen Missbrauchs angeklagte Sänger R. Kelly hat in einem Interview seine Unschuld beteuert. In einem vorab veröffentlichten Ausschnitt des Gesprächs für die Sendung "CBS This Morning" nannte der 52-Jährige die Vorwürfe, minderjährige Mädchen missbraucht zu haben, "nicht wahr".

"Egal, ob es alte Gerüchte, neue Gerüchte oder zukünftige Gerüchte sind." Auf die Frage, ob er Mädchen gegen ihren Willen festgehalten habe, sagte R. Kelly unter Tränen: "Das bin nicht ich! Ich kämpfe um mein verdammtes Leben!"

R. Kelly war am 22. Februar wegen sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen angeklagt worden. Die Taten sollen sich über einen Zeitraum von zwölf Jahren erstreckt haben. Einige der mutmaßlichen Opfer sollen minderjährig gewesen sein. Vor Gericht plädierte R. Kelly auf nicht schuldig. Er verbrachte das Wochenende darauf im Gefängnis in Chicago. Nach Hinterlegung von 100.000 Dollar - etwa einem Zehntel der geforderten Gesamtkaution - war er freigekommen. Am 22. März muss er erneut vor Gericht erscheinen.

Während des CBS-Interviews wirkte der Musiker streckenweise verärgert: Die Vorwürfe, er habe Frauen gegen ihren Willen festgehalten, seien dumm, so etwas habe er nicht nötig. "Hasst mich, wenn ihr wollt, liebt mich, wenn ihr wollt. Aber benutzt euren gesunden Menschenverstand", sagte er.

In einem weiteren Ausschnitt äußerte sich R. Kelly zu Kollegin Lady Gaga. Die Sängerin hatte Anfang Januar angekündigt, nie wieder mit dem Musiker zusammenarbeiten zu wollen. "Sie ist ein großes Talent. Es ist schade, dass es mit ihrer Intelligenz bei dieser Sache nicht so weit her ist", sagte R. Kelly. Das vollständige Interview sollte am Mittwoch- und Donnerstagmorgen (Ortszeit) ausgestrahlt werden.

Dem durch Hits wie "I Believe I Can Fly" bekannten Musiker wird seit Jahrzehnten Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen. 2002 wurde Anklage gegen ihn wegen Kinderpornografie erhoben, sechs Jahre später wurde er aber freigesprochen.

Im vergangenen Monat wurde eine sechsstündige TV-Dokumentation des US-Senders "Lifetime" ausgestrahlt: Darin beschuldigten mehrere Frauen den Sänger, Sex mit Mädchen unter 16 Jahren gehabt zu haben. Andere Zeugen versicherten, er habe Frauen wie Sexsklavinnen gehalten.

ala/dpa

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