Razzia in Pooth-Villa "Die Steuerfahnder waren sehr höflich"

In einem Zeitungsinterview hat sich Werbe-Ikone Verona Pooth erstmals zu der Razzia geäußert, die Ermittler in ihrer Villa durchführten. Der Tenor: Alles lief ganz entspannt ab. Vehement wehrte sich die 40-Jährige gegen den Vorwurf, sie habe "Gelder ins Ausland geschafft".


Berlin - "Es ist natürlich ein unangenehmes Gefühl, wenn jemand mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Tür steht. Die Maßnahme selber war aber weitaus weniger dramatisch", sagte Pooth der "Bild"-Zeitung. Am Montag hatten Ermittler ihre Wohnräume in Meerbusch und Geschäftsräume in Düsseldorf durchsucht.

"Die Steuerfahnder waren sehr höflich und haben bis zum Eintreffen meines Anwalts mit uns eine Tasse Kaffee getrunken", erklärte die 40-Jährige. "Dann wurde kurz in meinen Schreibtisch geschaut." Nachdem ihrer Mitarbeiterin im Büro einen Ordner mit gesuchten Unterlagen gefunden hatte, habe der Staatsanwalt den Abbruch der Durchsuchung angeordnet.

Dem Blatt zufolge soll Pooth ihrem Manager Alain Midzic, mit dem sie seit 20 Jahren zusammenarbeitet, hohe Darlehen gewährt zu haben, die er nicht zurückzahlen konnte. Diese Darlehen soll sie später als Betriebsausgaben beim Finanzamt abgerechnet haben.

Pooth sagte zu dem Vorwurf: "Es geht ausschließlich darum, dass das Finanzamt der Ansicht ist, eine Sonderprovision für mein Management, die im Jahr 2003 ordnungsgemäß gebucht wurde, stelle eine Schenkung dar und hätte nicht als Betriebsausgabe gebucht werden dürfen." Pooth betonte in diesem Zusammenhang, dass sie ihr Management gut bezahle und keinen Anlass habe, Schenkungen zu machen.

Zu dem Vorwurf, Midzic habe Gelder ins Ausland verschoben, sagte Pooth: "Das ist eine Falschbehauptung, gegen die ich mich rechtlich wehre." Sie habe "zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Gelder ins Ausland geschafft, weder alleine noch mit meinem Management". Sie habe all ihre Einkünfte immer ordnungsgemäß in Deutschland versteuert und "alle Steuersparmodelle ausgeschlagen".

Ihre Glaubwürdigkeit als Werbefigur sieht Pooth derzeit nicht gefährdet: Verschiedene Werbeagenturen hätten ihr bestätigt, dass ihr Werbewert eher noch gestiegen sei. "Da will ich mal besser nicht widersprechen", sagte die 40-Jährige.

ala/AFP

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