Berufung gegen Millionen-Urteil  Yellowpress versus Rebel Wilson geht in neue Runde

Der Medienkonzern Bauer Media sollte der Schauspielerin Rebel Wilson rund drei Millionen Euro Entschädigung wegen Verleumdung zahlen. Aber der Verlag weigert sich - und will das Urteil anfechten.

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Noch vor wenigen Wochen wähnte sich die australische Schauspielerin Rebel Wilson auf der Siegerseite. Ein Gericht im australischen Bundesstaat Victoria hatte den Yellowpress-Verlag Bauer Media dazu verurteilt, ihr rund drei Millionen Euro Entschädigung wegen Rufschädigung zu zahlen - eine Rekordsumme. Der Verlag will aber nicht zahlen, sondern in Berufung gehen.

Man müsse sich gegen die Forderung wehren, weil sie Einfluss auf die Pressefreiheit habe, sagte der Anwalt des Unternehmens, Adrian Goss. "Es ist wichtig für uns, diese beispiellose Entscheidung zu einer Schadensersatzforderung in dieser Höhe zu überprüfen, weil sie massive Auswirkungen auf die gesamte Medienbranche hat", zitierte ihn die Canberra Times. Bauer Media ist ein australischer Ableger des deutschen Bauer-Konzerns.

Wilson hatte sich vor Gericht gegen Berichte in australischen Bauer-Zeitschriften wie "OK" und "Women's Weekly" zur Wehr gesetzt, wonach sie angeblich über ihr Alter und ihre Herkunft gelogen habe. Sie sei in den Blättern des Yellowpress-Verlags wiederholt als notorische Lügnerin verunglimpft worden. Insgesamt ging es um acht Berichte aus dem Jahr 2015.

Die Schauspielerin, bekannt aus Filmen wie "Pitch Perfect" und "Brautalarm", sagte, ihr seien deshalb Rollen in anderen großen Filmprojekten entgangen - und damit auch ein immenser Verdienst. Das Gericht in Melbourne verurteilte Bauer deshalb zur höchsten Summe, die verglichen mit ähnlichen Fällen jemals in Australien verhängt wurde.

Wilson zeigte sich per Twitter enttäuscht darüber, dass der Verlag das Urteil nicht akzeptiert. Sie könne nun doch noch nicht wie geplant australische Wohltätigkeitsorganisationen und Australier in der Entertainmentbranche unterstützen, schrieb sie.

Wilson zeigte sich nichtsdestotrotz kampfeslustig: Wenn eine weitere Runde vor Gericht die Gelegenheit biete, weitere schändliche Praktiken des Verlags zu zeigen und den Schaden, den sie anrichten, dann sei ihr dies willkommen.

fok/dpa

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