Grünen-Fraktionschefin Renate Künast lästert über Bettina Wulff

Bettina Wulff beschreibt in mehreren Exklusiv-Interviews, wie viel ihr die Rolle der First Lady abverlangt habe. Eine Maske habe sie sich zulegen müssen. Die braucht sie nun erneut: Die Kritik an ihrem ausgefeilten Comeback nimmt zu. Selbst Grünen-Fraktionschefin Künast meldete sich nun zu Wort.

DPA

Hamburg - "Mich immer kontrollieren zu müssen, jeden Gesichtsausdruck, jedes Handeln, das war und ist mir äußerst befremdlich. Ich weiß, dass viele finden, dies sei der Preis, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Dafür hätte man ja auch viele Vorteile. Aber ich habe das alles nicht geplant. Hätte ich meinen Mann nicht kennengelernt, dann wäre mein Leben sowieso anders verlaufen", sagt Bettina Wulff im Interview mit der "Bunten. Und: "Man lernt, sich eine Maske zuzulegen."

Nie zuvor hat eine deutsche First Lady die persönliche Belastung durch das Amt so detailliert - und vor allem intim - geschildert wie Bettina Wulff. "Aus meiner Sicht war es unvorstellbar, dass es so weitergehen konnte", sagt sie in der "Bunten".

Das Interview ist eines von insgesamt drei Exklusiv-Interviews, die die ehemalige Bundespräsidentengattin gegeben hat. Auch dem "Stern" und der "Gala" berichtete sie ausführlich, wie schwer die vergangenen Jahre für sie und ihre Familie waren.

Selbst wer sich mit dem Thema nicht beschäftigen möchte, kommt um die Schlagzeilen und Kommentare derzeit nicht herum.

TV-Auftritte, Lesereisen und Signierstunden abgesagt

"Ich verstehe nicht, wie sich jemand über zu viel Öffentlichkeit beklagen kann, der gleichzeitig sein Leben mit intimsten Details nach außen kehrt", sagte Renate Künast, Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, der "Welt". Sie werde das viel diskutierte Buch von Bettina Wulff nicht lesen. "Das will ich alles gar nicht wissen. Mein Bedarf an der Causa Wulff ist schon seit Monaten gedeckt."

Die PR-Maschinerie lief in vollem Gange: Die 38-Jährige war für die kommende Woche als Gast in TV-Talkshows angekündigt. Laut "Bild am Sonntag" sagte sie jedoch den für Dienstag geplanten Auftritt in der ARD-Talkshow "Menschen bei Maischberger" ab. Gründe dafür waren demnach das Drängen ihres Ehemannes sowie "Furcht vor weiteren öffentlichen Anfeindungen".

Zuvor hatte Bettina Wulff bereits einen Auftritt in der NDR-Talkshow "III nach neun" abgesagt. Sie steht "Bild am Sonntag" zufolge auch nicht für Lesereisen und Signierstunden in Buchhandlungen zur Verfügung. Andere TV-Auftritte sind bis auf weiteres ebenfalls nicht geplant.

Produzent und Regisseur Nico Hofmann hat angekündigt, ihre Biografie zu verfilmen. "Mich haben vor allem der Mut und die Offenheit von Bettina Wulff beeindruckt", sagte Hoffmann.

Nur einer schweigt in den Tagen ihrer Omnipräsenz: Christian Wulff.

jjc/dapd

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