Ricky Martin "Ich will kein Mensch zweiter Klasse sein"

Latino-Macho Ricky Martin tingelt durch die TV-Shows, um seine Coming-Out-Memoiren anzupreisen. Das erfordert Kreativität, was die Verkaufe angeht. Bei Oprah Winfrey sprach der Sänger über Tränen, bei Larry King mussten nun die Heiratspläne herhalten - untermalt von einem leicht weinerlichen Singsang.

AFP

Los Angeles - Ricky Martin würde so gern seinen Freund heiraten, davor will er aber noch möglichst viele Exemplare seiner nun veröffentlichten Autobiografie verscherbeln: Frei nach dem Motto "Selbst ist der Mann" turnt der 38-Jährige nun durch die TV-Talkshows, um seine Memoiren anzupreisen.

Bei Oprah Winfrey beschrieb er, wie er sich am Tag seines Coming-Outs gefühlt hat - erst "taub", dann "erleichtert" und irgendwann begann er "zu heulen wie ein kleines Baby. Ich fing einfach an zu weinen".

In der US-Talkshow von Larry King verkündete Ricky Martin nun seine Heiratspläne. So gerne würde er in seiner Heimat Puerto Rico heiraten, aber dort sind gleichgeschlechtliche Ehen nicht erlaubt. "Wir könnten nach Spanien gehen um zu heiraten, wir könnten nach Argentinien gehen", sagte Martin vor Publikum und schob theatralisch nach: "Aber warum müssen wir es woanders tun? Warum kann ich es nicht in meinem Heimatland tun? Ich will kein Mensch zweiter Klasse mehr sein. Ich zahle ja meine Steuern. Wieso kann ich also dieses Recht nicht haben?"

Zudem plauderte Martin darüber, dass er zuerst geglaubt habe, bisexuell zu sein; dass er in seinen heterosexuellen Beziehungen den Frauen gegenüber immer loyal gewesen sei; und dass er während seiner ersten homosexuellen Partnerschaft mit dem Gedanken spielte, seine Karriere zu beenden - um offen zu seiner Liebe stehen zu können. Mehrfach verwies der 38-Jährige dabei auf seine niedergeschriebenen Gefühle in seinem Buch.

Martin hatte sich im März 2010 zu seiner Homosexualität bekannt: "Ich bin stolz, sagen zu können, dass ich ein glücklicher homosexueller Mann bin. Ich bin sehr gesegnet, der zu sein, der ich bin", tönte er damals. Das Bekenntnis zu seiner Homosexualität erfülle ihn jetzt nicht mehr mit Angst - sondern mit Stärke und Mut, sagte er damals auch. Das sei jetzt besonders wichtig, weil er Vater von "zwei wundervollen Jungs" sei. Eine Leihmutter hatte die Zwillinge im August 2008 zur Welt gebracht.

Den Namen seines Freundes hat er bislang nicht verraten.

Kommt wohl auf die geeignete TV-Show an.

jjc

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