Rihanna vs. Trump Winke, winke Abschiebungspolitik

Sind wir nicht alle irgendwie Migranten? Diese Erkenntnis würde Rihanna wohl gern dem US-Präsidenten vermitteln. Ob ein T-Shirt dazu reicht, darf bezweifelt werden.

Rihanna bei der Verleihung der BET Awards in Los Angeles
Kevin Winter/ AFP

Rihanna bei der Verleihung der BET Awards in Los Angeles


R&B-Ikone Rihanna verdient sich mit Klamotten ein bisschen was dazu. Unter ihrem bürgerlichen Namen Fenty vertreibt sie Mode - und wie man jetzt sehen konnte, auch ein bisschen politische Meinung.

Auf ihrem Instagram-Account postete die Sängerin ein Foto, auf dem sie mit sieben wohlgelaunten Frauen und einem T-Shirt posiert, auf dem der Schriftzug "Immigrant" zu lesen ist. Verbunden mit dem Post ist ein recht unmissverständlicher Winke-Gruß an den Präsidenten der Vereinigten Staaten: hey @realdonaldtrump.

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Trump will die Einwanderung in die USA bekanntermaßen eindämmen und hat zu diesem Zweck einen nationalen Notstand an der Grenze zu Mexiko ausgerufen, wo er eine Mauer bauen will. Die angekündigten Massenabschiebungen von Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung hatte er am Samstag allerdings für zwei Wochen ausgesetzt. Demokraten und Republikaner hätten so "eine letzte Chance", gemeinsam eine Lösung für die Asyl-Frage und "Schlupflöcher" an der Südgrenze auszuarbeiten, schrieb er auf Twitter. Sollte dies innerhalb der Frist nicht gelingen, würden die Abschiebungen beginnen.

Bei der Präsentation ihrer zweiten Kollektion hat Rihanna nun über ihre Heimat, den Inselstaat Barbados, gesprochen, dessen Farben Eingang in die Entwürfe gefunden hätten. Ihre Mode sei politisch, weil sie ihre Erfahrungen als Migrantin verarbeite, sagte sie.

Der Fashion-Website "The Cut" hatte Rihanna vor wenigen Tagen gesagt, "Immigrant" sei für sie ein "stolzes Wort". Zu wissen, dass man aus bescheidenen Verhältnissen kommen und dennoch alles erreichen könne, was man wolle, sei positiv. Viele betrachteten sie nur als Marke - "aber wo immer ich hingehe, außer nach Barbados, bin ich eine Migrantin". Die Leute müssten verstehen, "dass jeder da draußen genauso ist wie ich. Eine Million Rihannas da draußen, die wie Dreck behandelt werden".

Rihannas Aversion gegen den US-Präsidenten ist bekannt. In der Vergangenheit hatte sie bereits dafür gesorgt, dass ihre Songs nicht mehr auf Wahlveranstaltungen von Donald Trump gespielt werden dürfen - weder sie selbst noch ihre Freunde würden je solche "tragischen" Veranstaltungen besuchen.

ala

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