Rob Ford Torontos Skandal-Bürgermeister geht auf Drogenentzug 

Rob Ford will Schluss machen mit seinen Alkohol- und Drogeneskapaden. Der Skandal-Bürgermeister von Toronto lässt sich nun behandeln.


Toronto/Hamburg - Er hat jahrelang zu viel Alkohol getrunken, Crack geraucht und illegale Drogen gekauft. Nun will sich der Skandal-Bürgermeister von Toronto, Rob Ford, eine Auszeit nehmen. Sein Mandant werde sich wegen seiner Alkohol- und Drogenprobleme behandeln lassen, sagte Fords Anwalt Dennis Morris am Mittwoch dem Sender CTV. Nach Informationen der "Toronto Sun" will sich der 44-jährige Bürgermeister 30 Tage lang zurückziehen, um seine Probleme in den Griff zu bekommen.

Noch im März hatte Ford eine Behandlung strikt abgelehnt. Als Gast in der US-Talkshow "Jimmy Kimmel Live" sagte er: "Ich bin nicht gewählt worden, um perfekt zu sein." Moderator Kimmel riet ihm damals schon, sich von professioneller Seite helfen zu lassen. "Dafür muss man sich nicht schämen", sagte Kimmel und erhielt dafür Applaus vom Studiopublikum: "Es wäre ein gutes Beispiel für Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind."

Erst am Montag soll der Bürgermeister "sturzbetrunken" in einer Bar gesichtet worden sein. Das Blatt "The Globe and Mail" berichtete außerdem, Ford sei am Wochenende offenbar dabei gefilmt worden, wie er das Kokainderivat Crack geraucht habe. Neben seinen Drogeneskapaden soll Ford auch eine Mitarbeiterin unter Druck gesetzt und zum Oralsex aufgefordert haben - was er vehement bestreitet. Er sei "glücklich verheiratet" und habe genug Oralsex zu Hause, sagte er damals.

Ford will erneut für das Bürgermeisteramt kandidieren

Ford hatte Anfang November nach hartnäckigem Leugnen gestanden, Crack konsumiert und jahrelang illegale Drogen gekauft zu haben. Außerdem entschuldigte er sich für wiederholte Ausfälle unter Alkoholeinfluss. Als Konsequenz aus den Drogeneskapaden entzog ihm der Stadtrat im November den Großteil seiner Machtbefugnisse. Ford darf weiter den Titel des Bürgermeisters tragen, hat aber unter anderem ein kleineres Budget, weniger Personal und darf nicht mehr dem Stadtrat vorsitzen. Dennoch will Ford im Oktober erneut für das Bürgermeisteramt in der kanadischen Millionenstadt kandidieren.

mhu/AFP



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