Chart-Stürmer und Elektrotechniker Deutscher Rock'n'Roll-Sänger Ted Herold ist tot

Ted Herold war in den Fünfzigerjahren das Gesicht des deutschen Rock'n'Roll, in den Charts standen seine Songs ganz oben. Nun ist der Sänger, der mit bürgerlichem Namen Harald Schubring hieß, bei einem Brand gestorben.
Ted Herold im Jahr 1981

Ted Herold im Jahr 1981

Foto: Arthur Grimm / United Archives / Getty Images

Der deutsche Rock'n'Roll-Musiker Ted Herold ist tot. Er kam am Samstagabend bei einem Wohnungsbrand in Dortmund ums Leben. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund am Sonntag. Herold wurde 79 Jahre alt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft starb auch Herolds 48-jährige Ehefrau Manuela bei dem Brand. Herolds Schwiegereltern, die im Erdgeschoss des Hauses wohnen, wurden mit dem Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Sie hatten Rauch in Herolds Wohnung bemerkt und einen Notruf getätigt. Die Polizei nahm Ermittlungen auf. Hinweise auf Fremdverschulden gab es zunächst nicht.

Er galt als »deutscher Elvis«

Für seine Fans war er der »deutsche Elvis«. Die Karriere des Rock'n'Rollers Ted Herold hatte schon als Schüler in den Fünfzigerjahren begonnen – immer orientiert an seinen Vorbildern Bill Haley, Buddy Holly und Elvis Presley. Hits wie »So schön ist nur die allererste Liebe«, »Hula Rock« oder sein größter Erfolg »Moonlight« sicherten ihm vordere Plätze in den Charts.

Geboren als Harald Schubring am 9. September 1942 in Berlin, wurde der Musiker 1958 sehr jung entdeckt. Damals vermittelte ihm der Vater einer Klassenkameradin einen Kontakt zu einer Plattenfirma. Einige Jahre lang gab er vor allem deutsche Cover-Versionen von Elvis Presley zum Besten. Den »King of Rock'n'Roll« soll Herold auch einmal persönlich getroffen haben.

Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg

Schon nach einigen Jahren kam ein Karriereknick. »1961 war der Rock'n'Roll dann praktisch tot. Die Leute wollten was Neues«, hatte sich Herold 2012 zu seinem 70. Geburtstag erinnert. Twist war angesagt, dann kamen die Beatles und die Rolling Stones. So wurde es Ende der Sechzigerjahre deutlich ruhiger um den deutschen Rock'n'Roller.

Udo Lindenberg entdeckte Herold knapp zehn Jahre später wieder. 1977 gewann er ihn für seine Platte »Panische Nächte«. Herold begleitete Lindenberg dann auch bei dessen Deutschlandtour. Ein Durchbruch für Ted Herold, neue Songs und Verträge folgten. Seine alten Titel kamen als CD auf den Markt. Der Sänger war wieder obenauf, gab Konzerte, war gefragter Gast bei Galaveranstaltungen oder in TV-Sendungen. Im Jahr 2016 dann nahm er Abschied von der Bühne.

Der Sohn eines Stuckateurs hatte parallel zum Beginn seiner Musikkarriere in Wetzlar eine Ausbildung zum Elektrotechniker begonnen. Er heiratete, wurde 1977 Handwerksmeister. 2002 ging er zum zweiten Mal eine Ehe ein und heiratete seine Lebensgefährtin Manuela. Das Paar lebte in Dortmund.

beb/dpa
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