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Röntgenbilder von Marilyn Monroe Nackt bis auf die Knochen

Die Einblicke gehen unter die Haut: Ein Auktionshaus in Kalifornien versteigert Röntgenbilder Marilyn Monroes. Mit Notizen eines Arztes geben sie Aufschluss über die Krankengeschichte der Hollywood-Ikone - und ihre Schönheitsoperationen.

Los Angeles - Die Ärzte wussten, dass bei einer solch prominenten Kundin Diskretion angesagt war. Also nannten sie die Patientin Joan Newman - 1,68 Meter groß, 52 Kilo schwer. Miss Newman wollte sich chirurgisch verschönern lassen, am besten ganz geheim und diskret.

Nun, rund ein halbes Jahrhundert später, sollen die Überbleibsel der Operationen, Röntgenbilder und ärztliche Notizen, versteigert werden. Denn Frau Newman hieß in Wirklichkeit Norma Jeane Baker, besser bekannt als Marilyn Monroe.

Insgesamt sechs Röntgenbilder und eine Akte mit ärztlichen Unterlagen stehen zum Verkauf. Die Dokumente geben einen Einblick in Monroes Patientengeschichte der Jahre 1950 bis 1962. Das Auktionshaus Julien's Auctions in Beverly Hills rechnet mit Erlösen von 15.000 bis 30.000 Dollar. Das scheint realistisch: Im Jahr 2010 hatten drei Röntgenaufnahmen von Monroes Brustkorb aus dem Jahr 1954 einen Preis von 45.000 Dollar erzielt.

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Röntgenbilder und Arztnotizen: Die Krankenakte Marilyn Monroe

Foto: REUTERS/ Juliens Auctions

Die medizinischen Notizen stammen von Michael Gurdin, einem plastischen Chirurgen. Sie bestätigen, dass die Diva sich aus kosmetischen Gründen in Behandlung begab. Ganz neu ist diese Erkenntnis nicht. Schriftsteller Norman Mailer, der eine Biografie über die Schauspielerin geschrieben hatte, verriet in seinen Erinnerungen, dass Ärzte Monroe ein Knöllchen auf der Nasenspitze entfernt und einen kleinen Fehler an der Kinnpartie mit Knorpel behoben hatten.

Monroe sei solch eine natürliche Schönheit gewesen, "dass niemand glauben wollte, dass sie Schönheitsoperationen hatte", sagte Martin Nolan, Chef des Auktionshauses. Der Verkäufer der Auktionsstücke will geheim bleiben. Er soll sie als Geschenk von Gurdin erhalten haben.

Die Röntgenbilder sind auf den 7. Juni 1962 datiert. Damals - wenige Monate vor ihrem Tod - war Monroe nach einem Sturz zu Gurdin gegangen. Die Aufnahmen zeigen Monroes Gesichtsknochen, ihre Nase im Profil und ihre Mundpartie.

Die ersten Aufzeichnungen Gurdins stammen allerdings bereits aus dem Jahr 1958. Damals soll sich die Schauspielerin über eine "Deformation des Kinns" beschwert haben. Arzt Gurdin führte seine Patientin noch unter dem Namen Marilyn Miller - zu der Zeit war die Schauspielerin mit dem Schriftsteller Arthur Miller verheiratet.

Norman Leaf, ein plastischer Chirurg aus Beverly Hills, hatte bereits 2010 in einem Buch behauptet, Monroe habe sich 1950 am Kinn operieren lassen. Monroes bekannteste Filme "Wie angelt man sich einen Millionär", "Das verflixte 7. Jahr" und "Manche mögen's heiß" wurden alle nach 1950 gedreht. Leaf berief sich auf die Notizen seines Partners Gurdin, die nun versteigert werden.

ulz/Reuters
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