Größe des Berliner Nachtlebens Rolf Eden ist tot

Er galt als »Deutschlands letzter Playboy«: Rolf Eden ist tot. Er sei im Alter von 92 Jahren gestorben, teilte seine Familie mit. Er habe Berlin geliebt und verändert »wie kein anderer«.
Trauer um Rolf Eden (2016): er sei Playboy und Geschäftsmann, sagte er selbst über sich

Trauer um Rolf Eden (2016): er sei Playboy und Geschäftsmann, sagte er selbst über sich

Foto: Charles Yunck / Charles Yunck / IMAGO

Der ehemalige Berliner Nachtklubbesitzer Rolf Eden ist tot. Er sei am Donnerstag im Alter von 92 Jahren gestorben, teilte seine Familie mit. »Mit Rolf Eden verliert auch Berlin eine Ikone seiner Zeit und er liebte und veränderte diese Stadt wie kein anderer.«

Zuerst hatten »Bild« und »B.Z.« von dem Todesfall berichtet.

Mit seinen Klubs beeinflusste er im Nachkriegsdeutschland das West-Berliner Nachtleben, er soll mit den Rolling Stones gefeiert und mit Ella Fitzgerald getanzt haben. Die Klubs hat er später verkauft.

Geboren wurde Eden 1930 als Sohn einer jüdischen Familie in Berlin. Die Familie floh drei Jahre später vor den Nationalsozialisten nach Palästina. Dass seine Eltern so klug gewesen seien und Deutschland schon 1933 verlassen hätten, sei ein Glück gewesen, sagte Eden einmal der Nachrichtenagentur dpa.

Als junger Mann war Eden beim Militär. Später lebte er als Musiker in Paris, zog dann nach West-Berlin. In den Fünfzigerjahren eröffnete er in der Frontstadt des Kalten Krieges seinen ersten Jazzklub. Filmemacher Peter Dörfler dokumentierte das bewegte Leben Edens in seinem Film »The Big Eden«, der bei der Berlinale lief.

Rolf Eden sagte darin über sich selbst, er sei beides – Playboy und Geschäftsmann. Bekannt war er etwa für seine weißen Jacketts und seine blonden Haare. Ein Stadtmagazin kürte ihn mal zum »peinlichsten Berliner« – das sei doch eine Riesenehre, er finde das sehr gut, sagte Eden im Trailer zum Film. Im Alter von 82 Jahren hatte er seine Biografie vorgelegt. Ihr Titel lautete »Immer nur Glück gehabt. Wie ich Deutschlands bekanntester Playboy wurde«.

bbr/dpa
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