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23. Oktober 2006, 16:51 Uhr

Rosenkrieg der McCartneys

Neue Prügelvorwürfe gegen Paul

Heather Mills fährt neue Geschütze gegen ihren Noch-Gatten Paul McCartney auf: Nun soll er nicht nur sie, sondern auch seine erste Ehefrau, Linda Eastman, geschlagen haben. Der Ex-Beatle gibt sich entsetzt.

London - Nach eigener Aussage verfügt Heather Mills über Informationen, die ihre schwerwiegenden Vorwürfe gegen Paul McCartney nicht nur stützen, sondern ausweiten. Nicht nur sie selbst habe bei mindestens vier Gelegenheiten Prügel von ihrem Noch-Ehemann einstecken müssen. Auch gegen seine erste Frau Linda Eastman, die 1998 nach fast 30 Jahren Ehe an Krebs gestorben war, soll McCartney gewalttätig geworden sein.

"Das geht einen Schritt zu weit. Das wird jede Minute lächerlicher", sagte ein Freund McCartneys zum "Sunday Mirror", der Mills neueste Anschuldigungen veröffentlicht hatte. Paul und Linda hätten eine "phantastische Ehe" gehabt, bekräftigte der Vertraute des Ex-Beatles. Tatsächlich gilt die Partnerschaft als eine der glücklichsten in der Musikbranche. Erst wenige Tage ist es her, dass McCartney die Anschuldigen Heather Mills - Prügel und Probleme mit Drogen und Alkohol - scharf zurückgewiesen hat.

Inzwischen hat sich der Scheidungskrieg in den Zeitungen zum Auflagenbringer des Jahres entwickelt. Nahezu jede britische Zeitung hat Fotos der Noch-Ehefrau McCartneys auf der Titelseite veröffentlicht. Die Vorwürfe, mit denen Heather Mills den 64-Jährigen attackiert, sind jedoch mittlerweile widersprüchlich.

So soll er Mills morgens gezwungen haben, so lange im Bett zu bleiben, bis er mit seiner Toilette fertig war. Dagegen stehen ihre Schilderungen in ihrem kurz nach der Trennung veröffentlichten Lebenshilfe-Buch "Life Balance". Ihnen zufolge sei sie morgens früher aufgestanden, um "Zeit für sich" zu haben. Wegen der unplausiblen und grotesken Vorwürfe von Heather Mills hat der Ex-Beatle die Sympathien der Öffentlichkeit auf seiner Seite, wie Zeitungen berichten. Rund vier Jahre hatte die Ehe des Musikers mit dem ehemaligen Model gehalten, nachdem sie sich 1999 kennen gelernt hatten.

In der Schlacht der Eheleute geht es um McCartneys Vermögen, das auf mehr als 1,2 Milliarden Euro geschätzt wird. Außerdem streiten sie um das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Beatrice, die am kommenden Montag drei Jahre alt wird. Nach einem Bericht der "Sun" verlangt Mills 100 Millionen Dollar von dem Ex-Beatle, der ihr allerdings noch kein Angebot gemacht habe. Angeblich befürchtet die 38-Jährige, nur zwei Millionen Dollar aus dem Rosenkrieg herauszuschlagen.

Experten indes schätzen die Summe auf rund 20 Millionen Dollar. Gemäß Presseberichten soll es Anfang kommenden Monats den ersten Gerichtstermin geben. Dann werden sich einige der prominentesten Anwälte Großbritanniens mit dem Fall befassen. Ob mit einer öffentlichen Verhandlung zu rechnen ist, bleibt zunächst offen.

tos/dpa/ddp

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