Rotlicht-Gerüchte König Carl Gustaf bricht sein Schweigen

Seit Monaten kursieren wilde Berichte um angebliche Rotlicht-Kontakte des schwedischen Königs. Nun hat Carl XVI. Gustaf sich erstmals zu den Gerüchten geäußert - nachdem seine Beliebtheitswerte beim Volk gesunken waren.

DPA

Stockholm - In Meinungsumfragen erreichte der schwedische König Carl XVI. Gustaf zuletzt alarmierende Werte, die Kritik an seiner Person wurde immer schärfer. Nun hat der Ehemann von Königin Silvia Berichte schwedischer Medien über Besuche in Striptease-Lokalen sowie über angebliche Kontakte zum Rotlicht-Milieu zurückgewiesen. Er sei weder in Stripbars gewesen noch gebe es verfängliche Fotos von ihm, sagte der 65-jährige Monarch in einem Interview mit der schwedischen Nachrichtenagentur TT. "Es kann sie unmöglich geben", sagte er zu der Existenz derartiger Fotos. "Abgesehen davon ist es schwer, sich zu etwas zu äußern, das man nicht gesehen hat und das auch sonst niemand gesehen hat."

Seit der Veröffentlichung der umstrittenen Biografie "Der widerwillige Monarch" im vergangenen Herbst reißen die Enthüllungen über den ehemaligen "Partyprinzen" nicht ab. Das Buch schildert wilde Partys und Affären des Königs mit jungen Frauen. Vor kurzem dann berichtete der schwedische Fernsehsender TV4 von Bildern, die den König in einem Stripclub zeigen sollen. Die Fotos will der ehemalige Nachtclubbesitzer Mille Markovic in seinem Besitz haben, der gleichzeitig enthüllte, dass ein enger Freund des Monarchen große Geldsummen geboten habe, um die Veröffentlichung von kompromittierenden Fotos zu verhindern. Kurz nach dem Interview kündigte Markovic die baldige Veröffentlichung der Fotos an. "Eines Tages kommt der Beweis, und der Tag kommt näher. Es handelt sich nicht um Jahre, sondern Wochen oder Monate", sagte er der Zeitung "Expressen".

Carl XVI. Gustaf wirkte in dem Interview streckenweise in der Defensive. Zu der Behauptung von mehreren Zeugen, sie hätten ihn 1996 in einem Stripclub in Atlanta gesehen, sagte er lediglich: Es gebe Tausende Menschen, die in derartige Clubs gingen - da könnte es zu Verwechslungen kommen. Auf die direkte Frage, ob er denn Stripbars besucht habe, sagte er. "Nein, unmöglich. Abgesehen davon ist das eine Frage der Definition. Es gibt Restaurants, in denen die Kellnerinnen mehr oder weniger bekleidet sind. Aber sie sind nicht nackt." Auf andere Fragen antwortete er ausweichend: "Keine Ahnung, dazu kann ich nichts sagen".

Zuvor hatte Carl XVI. Gustaf sich lange geweigert, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Doch angesichts alarmierender Umfragewerte stimmte er nun einem langen Interview zu. "Natürlich untergräbt dies meine Glaubwürdigkeit, die Glaubwürdigkeit der Monarchie und ganz Schwedens. Das bedaure ich sehr. Doch das werde ich wieder geraderücken und dafür doppelt hart arbeiten", sagte er. Dem in jüngsten Umfragen deutlich gewordenen Wunsch von mehr als 40 Prozent der Schweden, der seit 37 Jahren amtierende Monarch möge seiner Tochter Victoria den Thron überlassen, erteilte er eine Absage.

wit/AFP/dpa



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