Ermittlungen gegen Bloodhound Gang Der Flaggen-Skandal als "zynisches Verbrechen"

Bei einem Auftritt in Odessa zog sich der Bassist der US-Band Bloodhound Gang eine russische Flagge durch den Schritt. Jetzt hat sich die oberste Ermittlungsbehörde in Moskau in den Fall eingeschaltet - wegen eines "zynischen Verbrechens".
Ermittlungen gegen Bloodhound Gang: Der Flaggen-Skandal als "zynisches Verbrechen"

Ermittlungen gegen Bloodhound Gang: Der Flaggen-Skandal als "zynisches Verbrechen"

Foto: REUTERS TV / REUTERS

Moskau - Wieder mal wahnsinnig wild gebärdete sich der 41-jährige Bassist der US-Band Bloodhound Gang, Jared Hasselhoff, am Mittwoch bei einem Konzert in Odessa. Befeuert von Zurufen seiner Fans griff er sich eine russische Flagge, stopfte sie in die Unterhose und zog sie einmal durch den Schritt hinten wieder heraus. Dann rief er dem johlenden Publikum auf Englisch zu: "Erzählt das nicht Putin!"

Hasselhoff ist bekannt für seine exhibitionistischen Auftritte, bei denen er Bandkollegen schon mal auf den Kopf uriniert, sich nackt macht oder Würmer in sich hineinstopft. Bei national gesinnten Russen sorgte sein Flaggen-Auftritt allerdings für Ärger. Am Wochenende waren die Musiker bei einem Aufenthalt im Süden Russlands wütenden Angriffen ausgesetzt. Sie mussten das Land verlassen, ohne aufgetreten zu sein.

US-Botschafter Michael McFaul verurteilte den "Akt der Gewalt" gegen die Band, hält aber offenbar ebenso wenig von dem provozierenden Auftritt in Odessa. "Ich finde den Ausfall der Bloodhound Gang widerlich", twitterte der Diplomat. Die russischen Kommentatoren der staatstreuen Medien freute das sehr, die Agentur Ria Nowosti zitiert einen Forum-Beitrag bei CNN, wonach ein US-Bürger den Musikern wünscht, man möge sie "wenigstens für eine Weile in einen Gulag schicken", damit sie verstünden, was gegenseitige Wertschätzung bedeute.

Regierungstreue Kräfte in ganz Russland reagierten empört und forderten, die Musiker anzuklagen. Jetzt schaltete sich Moskaus oberste Ermittlungsbehörde ein. Man habe es mit einem "zynischen Verbrechen" und einem klaren Fall von "Missachtung des russischen Staates" zu tun, erklärte Chef-Ermittler Alexander Bastrykin. Er will nun die Ukraine und die USA um Unterstützung bei den Ermittlungen gegen die US-Band ersuchen.

In Russland können Gerichte Gefängnisstrafen verhängen, wenn Staatssymbole entehrt werden. Der Bloodhound Gang wird Schändung der russischen Flagge vorgeworfen. Ein solches Vergehen kann laut Paragraf 329 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft werden.

ala/dpa
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