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23. September 2015, 07:48 Uhr

Appell an Regierungschefs

Sängerin Shakira fordert "intelligente" Lösung für Flüchtlingskrise

Die kolumbianische Sängerin Shakira hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, die Flüchtlingskrise nachhaltig zu bekämpfen. Vor allem die Kinder bräuchten Hilfe.

Es ist eine der "größten humanitären Krisen unserer Zeit": Die aus Kolumbien stammende Sängerin Shakira hat in New York vor den Vereinten Nationen die Regierungschefs weltweit aufgefordert, Menschen auf der Flucht zu helfen. "Wir müssen uns zusammentun und ein faires Ende dieser Krise finden. Die Flüchtlinge verdienen es, ein Zuhause zu haben." Sie wisse, dass es kein "einfach zu lösendes Problem sei". "Aber ich bin sicher, dass Länder zusammenkommen und eine intelligente Lösung für dieses dringende Problem finden können."

Shakira trat gemeinsam mit Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sowie Unicef-Direktor Anthony Lake und Experten vor die Kameras. Für die 38-Jährige ist der Appell eine Herzensangelegenheit, denn sie engagiert sich seit Langem für Kinder in Not. Bereits 2003 wurde sie Botschafterin des Kinderhilfswerks Unicef. Sie gründete die Non-Profit-Organisation Pies Descalzos (Stiftung Barfuß), die bisher acht Schulen und Gemeindezentren in Armenvierteln in Kolumbien aufgebaut hat und etwa 5000 obdachlose und hilfsbedürftige Minderjährige betreut.

Mit dem katalanischen Fußballer Gerard Piqué hat Shakira zwei Söhne, Milan, 2 Jahre, und Sasha, 6 Monate. Ihre Rede vor den Vereinten Nationen folgte auf eine internationale Konferenz zur nachhaltigen Förderung von Kleinkindern. "Kinder sollten nicht den Preis für Kriege bezahlen", sagte Shakira sichtlich bewegt. Egoismus, Rassismus und Grenzen könnten überwunden werden. Die Kinder und ihre Rechte sollten im Zentrum der politischen Debatte stehen.

"Mehr als hundert Millionen Kinder werden nicht beschult, und 159 Millionen Jungen und Mädchen unter fünf Jahren sind wegen Mangels an Fürsorge und angemessener Ernährung physisch und kognitiv unterentwickelt", berichtete die Sängerin. Nur nachhaltige Hilfen schon in der frühen Kindheit könnten den Kreislauf von Armut und fehlenden Chancen durchbrechen.

ala/dpa

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