Casillas-Verlobte Carbonero Der Fluch, ein Star zu sein

Bloß nichts Falsches sagen, bloß immer gut aussehen: Das Leben als Spielerfrau hat seine Tücken. Doppelt schwer wird es als Fußball-Journalistin am Spielfeldrand der Europameisterschaft. Das musste Sara Carbonero nun erneut erfahren.

Getty Images

Hamburg - Sie ist mittlerweile ebenso berühmt wie die Spieler der spanischen Nationalmannschaft: Sara Carbonero, TV-Reporterin und Verlobte des Nationaltorwarts Iker Casillas. Daran, dass sie nach den Spielen ihren Freund befragt, haben sich die Zuschauer inzwischen gewöhnt.

Für Carbonero heißt diese Doppelrolle jedoch auch: verschärfte Beobachtung. Die 28-Jährige steht permanent im Fokus, die Fotografen haben bei dieser EM bereits eine beachtliche Motivsammlung angelegt. Carbonero, wie sie sich schminkt. Wie sie einen Regenschirm hält (und dabei telefoniert). Wie sie konzentriert dreinblickt. Wie sie von einem Techniker verkabelt wird (und dabei telefoniert). Wie sie sich die Haare schön macht. Und so weiter und so weiter.

Hinzukommt, dass sie es als TV-Journalistin in der Männer-Domäne Fußball ohnehin nicht leicht hat. Viele Fans warten nur auf Fehler, um endlich die Platitüden rausholen zu können, getreu dem Motto "Frauen haben halt keine Ahnung von Fußball". So ist es wenig überraschend, dass sich Carbonero nun wegen einer unglücklichen Frage verantworten muss.

Nach dem Halbfinalsieg im Elfmeterschießen gegen Portugal sprach sie mit Spaniens Andrés Iniesta über die besondere Anspannung in dieser Situation und fragte ihn vor laufenden Kameras, ob er auch gerne einen Elfmeter geschossen hätte. Iniesta schaute zu Boden und antwortete dann leicht stockend: "Nun ja... tatsächlich habe ich den zweiten Elfmeter geschossen." Der sicher verwandelte Strafstoß war der Reporterin wohl entgangen. Geschenkt.

Carbonero wurde dennoch im Internet verspottet. Ihren Kollegen vom Fernsehsender Mediaset sagte sie zur Erklärung: "Ich war wahrscheinlich so nervös, dass ich an etwas Anderes gedacht habe."

Sollte Spanien im Finale gegen Deutschland oder Italien den Titel holen, dürfte der Fauxpas ohnehin schnell vergessen sein. Dann gibt's vielleicht auch wieder einen Live-Knutscher von Iker Casillas - so wie vor zwei Jahren bei der WM 2010. Und anschließend wird geheiratet - was für eine Story!

hut/dpa/sid



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