Gegen die Instinkte Scarlett Johansson findet Monogamie unnatürlich

Scarlett Johansson ist glückliche Mutter und zum zweiten Mal verheiratet. Dennoch hält sie nicht viel von Monogamie. Bedingungslose Treue ist für sie vor allem eins: viel, viel Arbeit.

AP

US-Schauspielerin Scarlett Johansson ("Lost in Translation") empfindet lebenslange Treue in Beziehungen als hehres Ziel, das allerdings mit der wahren Natur des Menschen wenig gemein hat. "Ich glaube nicht, dass es natürlich ist, monogam zu sein", sagte die 32-Jährige jetzt im Interview mit dem "Playboy".

Zwar sei die Vorstellung zu heiraten überaus romantisch. Und auch die Umsetzung dieser Idee könne sehr schön sein. Dennoch bleibt Monogamie laut Johansson vor allem eins: harte Arbeit. "Und die Tatsache, dass es für viele Menschen harte Arbeit ist, beweist, dass es keine naturgegebene Sache ist."

Johansson betonte, dass sie großen Respekt vor der Entscheidung habe, treu zu sein, und es auch selbst schon versucht habe. "Aber ich denke, es widerspricht definitiv unseren Instinkten."

Eine Beziehung verändere sich, wenn man heirate. "Und jeder, der dir sagt, sie bleibe gleich, lügt." Eine Ehe involviere vertraglich viele Menschen, die mit der Beziehung eigentlich gar nichts zu tun hätten. "Es ist eine schöne Verantwortung, aber es ist eine Verantwortung."

Johansson weiß, wovon sie spricht: Nach ihrer Ehe mit Schauspielerkollege Ryan Reynolds ("Deadpool"), die 2011 geschieden wurde, heiratete Johansson 2014 den französischen Journalisten Romain Dauriac. Zuletzt hatten US-Medien über eine Trennung des Paares spekuliert. Im Interview des "Playboy" erzählte die Schauspielerin jedoch vom Familienleben und langfristigen Plänen mit dem Ehemann. Die beiden lebten derzeit abwechselnd in Paris und New York, wollten sich aber spätestens bei der Einschulung ihrer zweieinhalbjährigen Tochter in New York niederlassen.

Über ihre Geburtsstadt New York schwärmt Johansson fast so sehr wie über ihre Tochter: "Hier kannst du du selbst sein - oder jede mögliche Variante dessen, was du sein willst." Johansson hat drei Geschwister. Ihr Vater ist Däne und hat als Bauunternehmer gearbeitet, ihre Mutter hat polnische Vorfahren. Zeitweise habe die Familie von Sozialhilfe gelebt, berichtete Johansson unlängst.

Die Geburt ihrer Tochter sei das Beste, was ihr je passiert sei. Und offenbar eine lehrreiche Erfahrung noch dazu: Es sei überflüssig zu versuchen, als Mutter irgendeine Form von Kontrolle über das Leben behalten zu wollen. Man müsse sich der Situation hingeben, "und das ist für sich genommen wirklich befreiend". Kinder zu haben, sei, als ob das Herz eine zusätzliche Kammer bekäme. Die Fähigkeit zu lieben, werde tiefer, sie erweitere sich sozusagen um einen neuen Raum.

Auf die Frage, was sie getan hätte, wenn sie nicht Schauspielerin geworden wäre, antwortete Johansson, dass sie wohl einen medizinischen Beruf ergriffen hätte. "Ich würde in irgendjemand anderem herumwühlen. Ich interessiere mich für Menschen."

ala/dpa



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