Scarlett Johansson über Schwangerschaftskommentare »Dieses Beurteilen ist verrückt«

Ob wohlmeinend oder nicht – Hollywoodstar Scarlett Johansson ärgert sich über Bemerkungen zu Schwangeren. Selbst Frauen, die es besser wissen müssten, könnten sich mit Urteilen nicht zurückhalten.
Scarlett Johansson: Kommentare zu Schwangerschaften sind mittelalterlich

Scarlett Johansson: Kommentare zu Schwangerschaften sind mittelalterlich

Foto: Axelle/Bauer-Griffin / FilmMagic / Getty Images

Schauspielerin Scarlett Johansson hat sich im Interview mit der US-Zeitschrift »Vanity Fair« über die Reaktionen ihres Umfelds auf ihre Schwangerschaften geäußert. Die Kommentare gingen ihr offenbar gründlich auf die Nerven.

»Ich wollte meine eigenen Gefühle über meinen sich verändernden Körper haben, ohne dass andere Leute mir sagen, wie sie mich wahrnehmen, positiv oder negativ.« Während der Schwangerschaft mit ihrem im August geborenen Sohn Cosmo sei ihr klar geworden, wie sehr Menschen ihre eigenen Gefühle auf Schwangere projizierten – »ihre Hoffnungen, ihre Urteile, ihre Wünsche«.

Seltsame Reaktionen seien auch von Frauen gekommen, die ihr nahestanden. »So etwas würde man von Männern erwarten.« Eine Freundin habe auf ihre Schwangerschaft mit den Worten reagiert: »Oh Scheiße, großartig, aber auch nicht großartig.« Eine echte Freundin sei das gewesen, witzelte sie im Interview.

Wie im dunklen Mittelalter

»Obwohl ich definitiv in mancher Hinsicht von meiner Schwangerschaft begeistert war, hatte ich ebenfalls einige nicht so großartige Gefühle dabei«, erklärte der »Black Widow«-Star. Solche Gefühle würden aber gerade von anderen Frauen hinterfragt. »Meiner Wahrnehmung nach gab es in den vergangenen fünf Jahren mit Blick auf Gleichberechtigung so viele Fortschritte – aber diese Sache verbleibt irgendwie im dunklen Mittelalter. Dieses Beurteilen ist verrückt.«

Johansson (»Lost in Translation«, »Marriage Story«) ist mit dem Komiker Colin Jost verheiratet, der auch Vater ihres Sohnes Cosmo ist. Mit ihrem Ex-Ehemann, dem Journalisten Romain Dauriac, teilt sie sich das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Rose.

ala/dpa
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