Teure Scheidung Ölmagnat muss fast eine Milliarde Dollar an Ex-Frau zahlen

955,5 Millionen Dollar für 24 Jahre Ehe: Ein Ölmilliardär aus Oklahoma muss seiner Ex-Frau eine rekordverdächtige Summe zahlen. Stellt sich die Frage, ob die Geschiedene damit zufrieden ist - gefordert hatte sie ein Vielfaches.

DPA

Oklahoma City - Rückblickend dürfte Harold Hamm sich wünschen, einen Ehevertrag mit seiner Ex-Frau Sue Ann geschlossen zu haben. Dann hätte er ihr nach der Scheidung zwar wohl auch viele Millionen Dollar zahlen müssen - aber vermutlich nicht fast eine Milliarde, die nun ein Gericht in Oklahoma festgelegt hat.

In einer 80-seitigen Entscheidung befand Richter Howard Haralson, der 68-Jährige müsse seiner Ex insgesamt 995,5 Millionen Dollar zahlen. Die Summe würde Sue Ann Hamm zu einer der 100 reichsten Frauen der USA machen, wenn man dem "Forbes"-Ranking glauben mag.

Etwa ein Drittel der Summe (322,7 Millionen) muss Hamm bis Jahresende an seine Ex-Frau zahlen. Der Rest soll in Tranchen von mindestens sieben Millionen pro Monat überwiesen werden. Unter anderem stehen der 58-Jährigen laut der Entscheidung eine 17,5-Milionen-Dollar Ranch in Kalifornien und eine Villa in Oklahoma City zu, die fast fünf Millionen Dollar teuer ist. Schon vor der Gerichtsentscheidung hatte Sue Ann Hamm etwa 25 Millionen Dollar bekommen.

Mit dem Beschluss ist die Scheidung der Hamms eine der teuersten, die je bekannt wurden. Zum Vergleich: Casino-Magnat Steve Wynn übertrug seiner Ex-Frau Elaine 2010 Anteile an seiner Firma Wynn Resorts, damals 741 Millionen Dollar wert.

Ob Sue Ann Hamm zufrieden ist, muss sich aber erst noch zeigen. Sie hatte die Hälfte des Vermögens des Paares gefordert. Und das wird auf 17 Milliarden Dollar geschätzt. Harold Hamm hält als Firmenboss 68 Prozent der Aktien von Continental Resources, einer Ölfirma. Die Entscheidung des Richters erlaubt es ihm, seine Aktien zu behalten. Man evaluiere die Optionen für Frau Hamm, teilten die Anwälte der 58-Jährigen mit.

Das Paar hatte 1988 geheiratet. Jahrelang arbeitete Sue Ann Hamm bei Continental Resources. 2012 reichte sie die Scheidung ein. Während der Ehejahre stieg der Wert der Firma 400-fach. Zentrale Frage des Scheidungsverfahrens war, welchen Anteil Harold Hamm daran hatte. Denn in Oklahoma ist Vermögen, das durch die Bemühungen oder Fähigkeiten eines Ehepartners angehäuft wurde, bei einer Scheidung gleichmäßig zu verteilen.

Die Anwälte des Öl-Magnaten argumentierten, die Wertsteigerung sei vor allem durch externe Faktoren begründet, etwa den steigenden Ölpreis, neue Technologien und die Arbeit anderer Manager. Die Anwälte der Frau hielten dagegen, Harold Hamms clevere Entscheidungen hätten die Firma nach vorn gebracht.

Richter Haralson war zwar überzeugt, dass Harold Hamm eine zentrale Rolle für die Entwicklung der Firma spielte. Aber er war nicht überzeugt, dass sich dies so präzise in Dollar beziffern ließ, wie es Sue Ann Hamms Anwälte behaupteten.

Nach Bekanntwerden der Entscheidung fiel der Aktienkurs von Continental Resources um 1,6 Prozent.

ulz/Reuters

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